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00:00 23.04.2013
Entspannte Rückenlage: Solche Vorführungen gelingen nur, wenn sich Mensch und Tier grenzenlos vertrauen. Quelle: imago

Da es aber partout weder bellen noch apportieren lernen wollte und jedesmal der halbe Hausrat zu Bruch ging, wenn sich das Tier abends gemütlich vor dem Kaminfeuer zusammenrollte, musste es diesen Job an den Hund abtreten.

Damit quasi über Nacht in Früh-Rente, fristete das Pferd einige Zeit ein Dasein am Rande der Gesellschaft, bis dem Menschen die langen Beine auffielen und er auf die Idee kam, dass das Pferd eigentlich hervorragend dazu geeignet sein müsste, ihn und sein Gepäck über weite Strecken zu transportieren. Nach einer kurzen Umschulungsphase war das Pferd dann schnell wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert.

Bei einer Nützlichkeitsanalyse kam der Mensch dann auf die Idee, dass sich das Pferd auch hervorragend zum Kriegführen einsetzen ließ. So entstand bei fast allen Armeen dieser Welt die Kavallerie, in Europa beispielsweise die Ulanen, Husaren, Dragoner oder Jäger. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sie durch die Entwicklung der modernen Artillerie sowie von Mehrladern und Maschinengewehren militärisch nutzlos.

Dennoch wird in vielen Ländern — teils von Militäreinheiten, teils aber auch von Privatleuten — die alte Tradition der Kavallerie gepflegt. Auf der historischen Galopprennbahn in Gotha fand am Wochenende die Internationale Deutsche Meisterschaft der Kavallerie statt, neben klassischen Disziplinen wie Springen und Dressur auch im Geländeritt, Patrouillenritt sowie in Reitprüfungen mit Lanze und Säbel.

Eine eindrucksvolle Show bot dabei eine Abordnung aus Polen in der Uniform polnischer Ulanen. Ihre Vorführung war weit mehr als bloße Dressur, sondern demonstrierte die tiefe Verbindung zwischen Reiter und Pferd. Denn Übungen wie diese gelingen nur, wenn grenzenloses Vertrauen zwischen dem Tier und dem Kavalleristen herrscht. iff

OZ

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