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Kommentar Alarmismus ist fehl am Platz
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00:00 11.04.2013
Von Reinhard Urschel

Die Vereinten Nationen haben sich umgehört unter den Kindern dieser Welt im Alter von 11 bis 15 Jahren und von den deutschen ein Urteil bekommen, das die Experten in Alarmstimmung versetzt. Weniger als 85 Prozent der Befragten beurteilen ihre Situation als positiv.

Nun wissen wir aus täglicher Anschauung, dass Kinder in Deutschland nicht wirklich im Jammertal leben. Sie sind durchanalysiert in regelmäßigen Pisa- und jährlichen Armutsstudien. Nirgends lässt sich feststellen, dass sich eine Mehrheit ernsthaft Sorgen machen müsste. Man sollte den Alarmismus nicht teilen, den der eine oder andere Interpret der Studie ausgerufen hat. Befragt worden sind nämlich Jugendliche zwischen elf und fünfzehn. Ist das nicht das Alter, in dem morgens die Welt untergeht, wenn sich auf der Nase eine Hautunreinheit zeigt? Sind das nicht die Jahre, in denen die eigenen Eltern plötzlich die peinlichsten Leute der Stadt werden, während die Klassenkameraden total coole Erziehungsberechtigte haben? Wer in der inneren Aufgewühltheit dieser Lebensphase beurteilen soll, wie er sich stimmungsmäßig einordnet in seinem gesellschaftlichen Umfeld, der darf durchaus pubertäre Unzufriedenheit äußern. Das legt sich wieder.

Müssen wir nun eine Lehre daraus ziehen, dass die Kinder dieses Landes — trotz guter Rahmenbedingungen — nicht so glücklich sind wie andere? Auf jeden Fall wissen wir jetzt, dass es offenbar nicht genügt, auf die Verbesserung von Pisa-Listenplätzen zu setzen, Studiengänge durch Bachelor- und Masterreformen internationalen Standards anzugleichen und für ausreichend Lehrstellen zu sorgen. Nicht einmal das Abschaffen des Sitzenbleibens wird die Kinder glücklicher machen. Was sie brauchen in diesem schwierigen Lebensabschnitt ist ein hohes Maß an menschlicher Zuwendung — auch wenn sie mal bockig sind. Güte und Zuneigung lässt sich aber weder messen noch anordnen. Nur nachdrücklich empfehlen. Bericht Seite 4

OZ

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