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Kommentar „Als Mutter von nur einem Kind fühle ich mich veralbert“
Mehr Meinung Kommentar „Als Mutter von nur einem Kind fühle ich mich veralbert“
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00:55 19.04.2018
Eine Betreuerin auf einem Ausflug mit Kita-Kindern: Die Regierung in MV plant ab 2019 den Kita-Beitrag nur noch für ein Kind. Quelle: Foto: Peter Kneffel/dpa
Schwerin

Ab kommendem Jahr soll in MV ein neues Kita-Gesetz gelten. So sollen Eltern mit mehreren Kindern in Kita und Hort nur noch für einen Sprössling Beiträge bezahlen. Für das zweite und alle weiteren Kinder sollen die Elternbeiträge künftig entfallen. Damit würde die Regierung eines ihrer zentralen Wahlversprechen umsetzen. Auf der OZ-Facebook-Seite zeigen sich vor allem vielfach die Eltern erfreut über die Nachricht.

Janett Wabersinke notiert: „Schön, dass es vorwärts geht. Mein Großer ist sieben Jahre alt. Für ihn habe ich damals 300 Euro für die Krippe gezahlt. Jetzt bin ich bei 69

Euro für meinen Lütten.“ Thomas Büchler erzählt, dass er und seine Frau seit Jahren keine Kitabeiträge mehr zahlen – sie leben in Rheinland-Pfalz. „Ich hätte für ordentliche Betreuungszeiten lieber einen Beitrag bezahlt, um wieder arbeiten zu können. Was nützt mir die Beitragsfreiheit, wenn doch nur ein Ehepartner in Vollzeit arbeiten kann? Letztes Jahr im Mai war die Kita zwölf Tage geöffnet. Brückentage, Lehrgänge und Ausflug der Erzieher machten dies möglich.“

Rügenkind Momi moniert, dass schon seit Jahren davon die Rede sei. Passiert sei nichts. „Im Gegenteil – die Eltern werden jedes Jahr mehr zur Kasse gebeten. Ich habe für unsere beiden Kinder im letzten Jahr 7100 Euro bezahlt, nur für die Betreuung und das Essengeld.“ Und das Zahlen gehe ja in der Schule weiter, ärgert sich die Leserin. „Der Hortplatz kostet pro Kind etwa 115 Euro im Monat. Essengeld pro Kind circa 3,50 Euro am Tag. Also kein Ende in Sicht.“ Lene Schumacher sagt: „Ist ja alles schön und gut, aber als Mutter von ,nur’ einem Kind fühle ich mich veralbert.“ Larissa Louise treibt dieselbe Frage um. „Und was ist, wenn man nur ein Kind hat? Das ist ungerecht.“ Den Beck stellt fest: „Man muss nur für ein Kind bezahlen, egal ob man eins oder zwölf hat. Also hast du faktisch die gleichen Ausgaben. Was ist daran ungerecht?“ Antje Schubert ergänzt dazu: „Wenn man nur ein Kind hat, hat man auch weniger Kosten als die Familien, die zwei oder mehr Kinder großziehen. Und wie mein Vorredner schon sagte: Diese Familien müssen auch für eins ihrer Kinder bezahlen.“

Bettina Schwarz fragt: „Also heißt das, dass ich trotzdem voll zahle, wenn das große Kind schon zur Schule geht und keinen Hortplatz in Anspruch nimmt?“ Antwort erhält sie von Nicole Koschmann: „Ich denke ja.“ Steffen Radeloff schlägt vor, die Kita-Gebühren komplett abzuschaffen. „Die Kohle ist doch da.“ Abschließend hinterlässt Christa Gerlieb ihre Sicht auf die Thematik. „Ich bin eine Oma und lese Ihre Kommentare sehr aufmerksam. Aber bitte liebe Eltern, ich schaffe mir Kinder an und schaue nach rechts und links, wer mir das finanziert?“

Juliane Lange

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