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Kommentar Augen zu und durch
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00:00 06.03.2013
Von Antje Schroeder Quelle: Thomas Imo/photothek.net

Das ist mutig. Es ist zwar nicht garantiert, dass es bei den derzeit befürchteten Mehrkosten bleibt; dennoch ist die Kalkulation damit auf eine halbwegs gesicherte Basis gestellt. Dabei zeigt die Bahn klare Kante: Das Land und die Stadt müssen sich auf erhebliche Mehrforderungen für Sonderwünsche einrichten.

Sicher hat der Bundestagswahlkampf bei der Entscheidung auch eine Rolle gespielt. Hatte doch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mehr oder weniger ihr politisches Schicksal mit dem Projekt verbunden.

Ein Aus für das Projekt hätte die Bundesregierung und besonders die Kanzlerin belastet. Dennoch muss man feststellen, dass das Votum überraschend deutlich ausfiel. Das müssen auch die Gegner anerkennen.

Auf einem anderen Blatt steht, dass die Mehrkosten bei derartigen Großbauprojekten regelmäßig und fast schon zwangsläufig aus dem Ruder laufen. Elbphilharmonie, Staatsoper, Berliner Flughafen — besonders bei politisch motivierten Bauprojekten ist der Eindruck entstanden, dass die Kosten vorher gezielt kleingerechnet werden, um das Vorhaben durchzubekommen. Auch bei Stuttgart 21 wurde jahrelang geschlampt und mit nur groben Planungsunterlagen gearbeitet. Jetzt ist ein Stopp praktisch nicht mehr möglich, da dieser mehr kosten würde als ein Weiterbau des Projekts. Eine künftige Bundesregierung sollte deshalb Regularien finden, wie derartige Planungsfehler vermieden werden können.

Im Ausland lacht man über Deutschland mit seinen Bau-Pleiten. Schon ein bisschen mehr Planung kann helfen. Beispielsweise hat man für die Olympiabauten in London 14 000 Risikopositionen definiert und bewertet. Die traten dann zum Großteil gar nicht alle ein — aber man hatte für die Entscheidung zum Bau eine ehrliche Grundlage. Bericht Seite 4

OZ

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