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Kommentar Gleiches Recht für alle
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07:04 26.11.2018
2007 wurde die Rügenbrücke eingeweiht. Bis heute fehlen Ausgleichsmaßnahmen, die die Eingriffe in die Natur kompensieren. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Stralsund/Altefähr

Unglaublich: Die Bundesregierung lässt für 125 Millionen Euro eine gigantische Brücke vom Festland nach Rügen bauen, die dadurch für zerstörte Natur zu schaffende Kompensation ist allerdings bis heute, über ein Jahrzehnt nach Fertigstellung der Rügenbrücke, nicht komplett erfolgt. Leider ist dies kein Einzelfall in MV, was zeigt: Mit Naturschutz nimmt man es bei Behörden nicht immer so genau.

Natürlich kommt wohl niemand ernsthaft auf die Idee, die Rügenbrücke in Frage zu stellen. Zu wichtig ist sie für die Anbindung der Insel, Einwohner und Touristen. Aber warum eigentlich nicht? Verstößt ein Otto-Normal-Häuslebauer gegen Vorschriften oder Auflagen, dann kann er sich der Aufmerksamkeit von Behörden sicher sein – und muss mit Konsequenzen rechnen. Warum dies für einen Mega-Bau des Bauherrn Bundesregierung nicht gelten soll, ist nicht nachvollziehbar.

Deges und Verkehrsministerium tun also gut daran, die Naturschutz-Auflagen schnellstens umzusetzen. Denn die durch Planfeststellung festgelegten Aufgaben sind rechtlich für alle Seiten bindend. Gute Ausreden hätte sicher auch manch fantasievoller Bürger für Verstöße parat. Viele Behörden würden ihm das nicht durchgehen lassen. Also: gleiches Recht für alle!

Zum Hauptartikel: Naturschützer - Rügenbrücke hätte nie gebaut werden dürfen

Frank Pubantz