Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kommentar Bachs Wahl zum IOC-Chef sorgt für Freude und Bedauern.
Mehr Meinung Kommentar Bachs Wahl zum IOC-Chef sorgt für Freude und Bedauern.
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
03:34 11.09.2013

Thomas Bach hat‘s geschafft: Der 59-Jährige ist Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. Dafür hat er vor allem Respekt und Hochachtung verdient. Bach hat seit Jahrzehnten zielstrebig gearbeitet, um den Olymp zu erklimmen.

Auch wenn Bach die Wahl überlegen für sich entschied — ganz sicher konnte er nie sein. Denn in der Weltregierung des Sports geht es zu wie in der Politik: Es wird mit harten Bandagen gekämpft. Es wird gefoult, getrickst und intrigiert. Der schmutzige und unwürdige Wahlkampf hat das deutlich gemacht.

Bach, der einstige Weltklasse-Florettfechter, hat alle Angriffe seiner Widersacher glänzend pariert. Manchmal diplomatisch. Wenn nötig, auch unmissverständlich.

Alle wahltaktischen Geplänkel konnten dem deutschen Strippenzieher nichts anhaben. Bach beherrscht diese Spiele, die mit dem olympischen Geist nichts gemein haben, aus dem Effeff. Er hat sie in den mehr als 22 Jahren, in denen er zum Teil des Olympia-Establishments wurde, verinnerlicht. Mit dem Spanier Juan Antonio Samaranch, der von 1980 bis 2001 die olympische Bewegung in den Kommerz marschieren ließ, hatte Bach zudem lange Zeit einen mit allen Wassern gewaschenen Lehrmeister und Mentor.

Bach bekommt es ab sofort mit Problemen enormer Ausmaße zu tun: Er muss den Kampf um die Glaubwürdigkeit des Sports annehmen, der zunehmend durch Doping, Wettmanipulationen und ungezügelten Kommerz in Gefahr gerät. Zudem droht dem IOC Konkurrenz aus dem eigenen Umfeld: Die Vereinigung der internationalen Sportverbände muckt auf. Sie will ab 2017 — im olympischen Vier-Jahres-Rhythmus — Weltmeisterschaften mit allen 91 olympischen sowie nichtolympischen Disziplinen veranstalten. Bach muss das verhindern.

Wir Deutschen können seine Wahl mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Als Ehre, dass ein Landsmann an der Spitze des Weltsports steht. Und als Bürde, weil die Chancen, dass unter Bachs Regentschaft Olympische Spiele nach Deutschland vergeben werden, geringer sind. Sport

OZ

Norddeutschland ist auf die EU-Osterweiterung schlecht vorbereitet. Punkt. Und nun? Kopf in den feinen Ostseesand stecken und auf hohem Niveau lautstark jammern?

04.06.2018

Die vom Kanzler eingesetzte Hartz-Kommission hat wieder einmal keine Beschlüsse zur Reform des Arbeitsmarktes vorgelegt. Das Gremium ist damit so ziemlich das Gegenteil eines Stummfilms.

04.06.2018

Seit Jahren ächzt die Wirtschaft unter einem Problem: der immer schlechter werdenden Zahlungsmoral.

04.06.2018
Anzeige