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Kommentar Billige Energie war gestern
Mehr Meinung Kommentar Billige Energie war gestern
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03:31 17.07.2013
Von Gerald Goetsch

Wenn es um Geld geht, hört die Freundschaft auf, heißt es. Offenbar setzt bei manchen auch der Verstand aus. Anders ist die aktuelle Debatte um die Energiewende und steigende Strompreise nicht zu erklären. Dem Verbraucher hilft sie nicht weiter. Ein Durchschnittshaushalt zahlt bereits heute fast 1000 Euro im Jahr für den Saft aus der Steckdose. Tendenz steigend. Das Hickhack der Energie-Ideologen wird daran nichts ändern.

Denn die Fronten in der Debatte sind seit Jahren verhärtet: Vor unbezahlbaren Lasten durch den Atom-Ausstieg warnen die einen, von Panikmache gieriger Konzerne sprechen die anderen. Alle Verteilungskämpfe folgen diesem populären Muster, so wie das endlose Gezerre um die Finanzierung des Gesundheitssystems.

Die Nachricht, dass die Energiekonzerne die Stilllegung alter Kraftwerke prüfen, befeuerte gestern erneut den öffentlichen Glaubenskrieg um einen bezahlbaren Energiemix. Ein Thema, das vor allem gering verdienenden Menschen unter den Nägeln brennt. Zu wichtig also, um es den Parteigängern zu überlassen.

Es lohnt sich, hinter die Sprachschablonen der Lobbyisten zu schauen. So äußerte sich der Verband kommunaler Unternehmen gestern zum „künftigen Energiemarktdesign“. Ein schönes Wort, das doch nur Planwirtschaft bedeutet.

Schon lange vor der Einführung des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien hatte es der Staat geschafft, gängige Marktmechanismen mit einer Flut von Subventionen außer Kraft zu setzen. Die EEG-Umlage hat uns einen Boom in der Windkraft- und Solarbranche beschert. Und selbst jene, die dies aus guten Gründen begrüßen, sehen mittlerweile die Probleme der massiven staatlichen Intervention.

Man muss nicht neben einer der vielen Biogas-Kuppeln leben, um nachdenklich zu werden.

Dass Deutschland aus der Kernenergie aussteigt, ist der Wunsch einer klaren Mehrheit. Die EEG-Umlage aber hat eine kaum noch kontrollierbare Eigendynamik in den Ausbau alternativer Energien gebracht.

Wer der Bevölkerung jetzt immer noch vormacht, dass dieses Zukunftsprojekt nicht auch gewaltige Kosten verursacht, belügt sein Publikum. Seite 1

OZ

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