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Kommentar Dat Enn’ vonne Minschheit kümmt ümmer iernster
Mehr Meinung Kommentar Dat Enn’ vonne Minschheit kümmt ümmer iernster
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00:00 13.08.2018

As uns Vöröllern sik sülben un ehr Wirtschaft mit Kiernseip, Schüersand, Sodapulver, Spiritus un Ätig in'n Schuss höllen, dor wier künnen's nich mål åhnen, dat wi as ehr Enkelkinner düchtig dorbi sünd, mit all denn Wohlstandsmüll dat Enn' vonne Minschheit intaulüern. Un dat dat mit dat Enn’ vonne Minschheit ümmer iernster kümmt, ward jetzt dörch all dat, wat ünner „Mikroplastik“ an't Licht kümmt, ierst recht dütlich. Ünner „Mikroplastik“ verståhn wi ganz lütte Stücken, dei man mit 'n Och nich seihn kann un wecker, dei bet tau 5 mm grot sünd.

Behrend Böckmann

ist Niederdeutsch-Autor aus Kirch Rosin. Für die OSTSEE-ZEITUNG schreibt er plattdeutsche Texte.

Johrelang wiern wi dorup stolt, dat Popier un Glas dörch lichtet Plastik aflöst würn un väle mit bunte Plastikbüdels dörch dei Stråten leepen. Nu is Plastik taun Gefohr worden un üm dei aftauwennen, mœt 'n nu dei Büdels betåhlen un up Plastikbuddels ward 'n Pfand nåhmen, dormit's nich gliek in'n Müll lannen. Œwer dor blifft ja liekers nauch taun wechschmieten, denn dat gifft ja binå nix mihr, dat nich mit irgendein Hüll ut Plastik inpackt orrer inwickelt is. Un disse Plastiksåken gåhn nich intwei, wenn's so as ’n Glasbuddel up 'n Stein upschlågen. Sei hollen sik johrelang un sülfst wenn's sik uplösen, blieben's uns as lütte Stücken, äben as Mikroplastik erhollen un kœnen denn mit dat Wåder wannern un irgendwenn wedder bi uns up'n Disch lannen un wi dat nu ierst marken, wenn't all tau låt is.

Anne afrikaansche Atlantikküst heff ik beläwt, woans 'n Milljonenstadt bi Ebbe inne Klippen dat afleggen däd, wat dei Flut denn mit up See nähm un sik dor œwer dei Tieden dörch dei Sünn, denn Wind un dei Wellen tau Mikroplastik wannelt. Un denn sünd dor dei Autorœ', dei sik up'e Stråt aflopen, un dor sünd dei witte Strich un dei gäle Markierung, dei affohrt warden un sik so in Fienstoff wanneln un dor gifft dat synthetische Kledåschen un Schauh ut Polyester, Polyamid, Polyacryl, Nylon, Elasthan orrer Mikrofasern, Kunststoffråsen up 'n Bolzplatz un noch välen annern Kråm, dei all dörch Nutzung un Afnutzung Mikroplastik anne Ümwelt afgäben un so œwer Ümwääch in'n Groten Diek lannen. Nich anners is dat mit Filterkippen von Zigaretten, dei an'n Strand einfach so wechschmeeten warden.

So kümmt dat denn ok, dat båben an'n Nuurdpol, wo ganz wenig Minschen 'n Faut up't Ies setten, nich weniger Mikromüll tau finnen is as annerswo. Sülfst Wischdäuker un Afwaschschwämm gäben fiene Mikroplaststücken af.

Un denn gifft dat noch Mikroplastik, dat extra för Horwasch, Rasienschum, Duschgel, Waschpulver, Upsuuchwinneln, Schminke, kosmetische Schönheitsmasken un väle Farwen erfunnen wür un besonners fien is. Disse Schiet kann nå sien Verwennung nich affungen warden un kümmt ok œwer Ümwääch dorhen, wo dei Aal herkümmt. Œwer nich blot dit, denn sogor in'n Biomüll is Mikroplast tau finnen. Worüm?

Wenn dei Lüüd dei aflopen Läbensmiddel mit ehr Plastverpackung inne Biotunn schmieten un dei inne Bioaffallanlagen tau Kompost un Dünger måkt warden, ward ok dei Plastikmüll mit schreddert un kümmt as Mikroplast wedder up'e Feller. Allein in Düütschland sünd dat fief Milljonen Tunnen Kompost in'n Johr.

Inne Kosmetikindustrie versöcht man nu, Mikroplastik dörch Mähl vonne Walnœt un Mannelkleie tau ersetten. Schnackt ward œwer ok dorœwer, dat Mikroplastik generell verbåden warden süll. Doch woans wat dörchsetten, wat sik schwor ümsetten lött!

OZ

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