Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kommentar „Der Doris ihr Mann“ wird 70 — Glückwunsch!
Mehr Meinung Kommentar „Der Doris ihr Mann“ wird 70 — Glückwunsch!
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 04.04.2014

Vor kurzem raunzte Gerhard Schröder den Schreiber dieser Kolumne mit dem knappen Satz an: „Mensch, sind Sie alt geworden.“ Gekoppelt mit dem bekannten wölfischen Grinsen war das die seit längerem vermisste Art der freundlichen Kontaktpflege eines einst mächtigen Mannes. Am kommenden Montag ist es amtlich, dass der Sozialdemokrat auch nicht jünger geworden ist. Vor 70 Jahren kam Gerhard Fritz Kurt Schröder in Mossenberg auf die Welt. Heute findet sich bei Wikipedia in seinem Lebenslauf als erster Satz die Feststellung: Das Geburtstagskind „ist ein ehemaliger Politiker der SPD“. Das ist auch nicht schön. Für ehemalige Staats-, Regierungs- oder Parteichefs gibt es die prächtige Formel des „Elder Statesman“. Sie beschreibt äußerst respektvoll, dass man auch ohne offizielle Ämter unter Umständen noch viel zu sagen hat. Der Niedersachse wäre gern eine solche große Nummer, ein wenig so, wie der alte Genosse Helmut Schmidt. Einige der politischen Macher von heute wollen dem früheren SPD-Vorsitzenden und Regierungschef den ehrenden Titel nicht umhängen. Schröders Anwaltskollege, der heutige Linken-Fraktionschef Gregor Gysi, hat „großen Respekt“ davor, dass es der Sozi aus ärmlichsten Verhältnissen heraus bis ins Kanzleramt geschafft hat. „Die ,Agenda 2010‘ und sein direkter Weg in die Wirtschaft hängen ihm aber auf ewig an“. Deshalb sei Schmidt ein Elder Statesman — und der andere nicht. Gerda Hasselfeldt, CSU-Landesgruppenvorsitzende im Bundestag, urteilt schlicht und gegnerisch: „Gerhard Schröder fehlt die Orientierung am Gemeinwohl.“ Auch keine Chance als Elder Statesman hat „der Doris ihr Mann“ bei der Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt: „Schröder hätte sich entscheiden müssen, ob er in die Wirtschaft geht oder ein Elder Statesman sein will.“

Und für den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, steht fest: „Er ist ein Alt-Bundeskanzler. Und als solcher fällt er auf, manchmal mit klugen und manchmal mit weniger klugen Hinweisen.“

Es ist gut, dass sich zum Abschluss der Politiker-Rundfrage eine Vertreterin des einst von Schröder als Teil des „Gedöns“ klassifizierten Geschlechts freundlich gestimmt zu Wort meldet.

SPD-Politikerin Yasmin Fahimi stellt den Jubilar endlich auf das Podest: „Natürlich ist Schröder ein Elder Statesman, das steht für mich außer Frage.“ Sie stimme mit manchen seiner Wortmeldungen nicht überein. „Mir sind Menschen mit Ecken und Kanten aber lieber als glattgebügelte Ja-Sager. Gerd Schröder ist aus meiner Sicht ein Elder Statesman par excellence.“In diesem Sinne: Glückwunsch!



OZ

Norddeutschland ist auf die EU-Osterweiterung schlecht vorbereitet. Punkt. Und nun? Kopf in den feinen Ostseesand stecken und auf hohem Niveau lautstark jammern?

04.06.2018

Die vom Kanzler eingesetzte Hartz-Kommission hat wieder einmal keine Beschlüsse zur Reform des Arbeitsmarktes vorgelegt. Das Gremium ist damit so ziemlich das Gegenteil eines Stummfilms.

04.06.2018

Seit Jahren ächzt die Wirtschaft unter einem Problem: der immer schlechter werdenden Zahlungsmoral.

04.06.2018
Anzeige