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Kommentar Der Mann verdient Respekt
Mehr Meinung Kommentar Der Mann verdient Respekt
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00:00 09.03.2013
Von Joachim Riecker

Hatte irgendwo ein ICE Verspätung, fand sich im Abteil oder Großraum oft schnell jemand, der dann aufstöhnte: „Typisch Mehdorn“.

Jetzt soll der 70-Jährige den Berliner Großflughafen BER retten. Mit der Verpflichtung des ebenso durchsetzungsstarken wie dickköpfigen Managers hat Aufsichtsratschef Matthias Platzeck die personelle Hängepartie an der Großbaustelle schneller beendet als allgemein erwartet.

Mehdorn verdient durchaus Respekt dafür, dass er sich nach einem reichen Berufsleben auf diese Aufgabe einlässt, bei der ein blamables Scheitern keineswegs ausgeschlossen ist. Ein Mann seines Formats könnte sich im Ruhestand auch mit einigen gut bezahlten Beraterposten zufriedengeben. Doch er geht jetzt volles Risiko: Schafft er es, den Großflughafen in absehbarer Zeit und einigermaßen im Kostenrahmen zur Eröffnung zu führen, dürfte er als Held gefeiert werden. Scheitert er aber, wird es viel Spott über ihn geben.

Natürlich hat Mehdorn in seiner bisherigen Karriere nicht nur Erfolge vorzuweisen. Die Bahn wurde unter seiner Ägide zu einem Unternehmen, das in manchen Bereichen auch zu stark an Effizienz orientiert ist. Und dass der von ihm so vehement vorangetriebene Börsengang des Unternehmens nicht zustande kam, ist wohl eher ein Segen.

Zwar macht seine Berufung auch deutlich, dass die Zahl der aktiven Manager, die für so ein schwieriges Projekt infrage kommen, in Deutschland offenbar sehr begrenzt ist. Für Mehdorn spricht aber neben seiner Erfahrung mit Großunternehmen und komplexen Verkehrsprojekten auch seine Vertrautheit mit politischen Entscheidungsprozessen und dem beteiligten Personal. Nach Lage der Dinge ist er der beste Mann, den man für dieses schwierige Projekt gewinnen konnte. Es ist nicht nur im Interesse Berlins, sondern ganz Deutschlands, dass er bald Erfolg hat. Seiten 1 und 7

OZ

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