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Kommentar Der leichtfertige Umgang mit Waffen hat die USA geprägt.
Mehr Meinung Kommentar Der leichtfertige Umgang mit Waffen hat die USA geprägt.
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00:00 16.07.2013

Die Proteste in Amerika weiten sich aus. Auch gestern versammelten sich Menschen in New York und unweit des Weißen Hauses in Washington und forderten Gerechtigkeit für Trayvon Martin. Bricht sich der unterschwellige Rassismus, der bis heute vor allem im Süden der Vereinigten Staaten vermutet wird, wieder Bahn? Der Freispruch spaltet das Land.

Die Ermittlungspannen unmittelbar nach der tödlichen Nacht in Sanford (Florida) lassen tatsächlich eine gewisse Voreingenommenheit der Polizei vermuten. Doch spätestens seitdem sich die Bundesbehörden in die Nachforschungen einschalteten, lässt sich über den Fall nicht mehr so schnell urteilen. Präsident Barack Obama meldete sich am Wochenende zu Wort und mahnte zur Besonnenheit:

Als Rechtsstaat müsse das Urteil einer ordentlichen Jury akzeptiert werden. Zudem prüft das Justizministerium die Eröffnung eines weiteren Verfahrens. Das juristische Tauziehen ist mit dem Freispruch in erster Instanz sicherlich noch lange nicht vorbei.

Über vermeintliche rassistische Vorurteile des Todesschützen, der lateinamerikanische Wurzeln besitzt, kann man nur spekulieren. Fest steht aber, dass das spezielle Notwehrrecht in Florida seit seiner Reform 2005 so weitreichend ist, dass der schnelle Griff zur Waffe vielen Bürgern im Zweifelsfall als möglich erscheint. Es ist ein Fehler der Politik, Fragen der Verhältnismäßigkeit der Mittel in den Hintergrund zu rücken.

In der Bekämpfung des Rassismus erzielten die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Erfolge. Von einer Gesellschaft, die von den Weißen dominiert wird, lässt sich schon lange nicht mehr sprechen. Dafür bietet gerade Florida ein gutes Beispiel: Unter den 18 Millionen Einwohnern wächst der Einfluss der Menschen, die in jüngster Zeit aus Süd- oder Mittelamerika eingewandert sind, rasant.

Ein alltägliches Drama bleibt der leichtfertige Umgang mit Pistolen und Revolvern. Solange in den USA — statistisch gesehen — fast auf jeden Bürger eine Waffe kommt, lebt es sich gefährlich in dem „Land der Freien“. Seite 4

OZ

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