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Kommentar Die Eierei um Zuständigkeiten hilft niemandem.
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00:00 26.02.2013
Quelle: Frank Söllner

Die Tiere in der Massenhaltung sind längst zu lebenden Eier-Legemaschinen degradiert worden, bei denen mit Zehntel-Cent kalkuliert wird. Für Gefühlsduselei, für Tierliebe ist da kein Platz. Mitunter wird sogar der gesetzlich vorgeschriebene Tierschutz mit Füßen getreten.

Bei dem jetzt in Niedersachsen und anderen Bundesländern ruchbar gewordenen Skandal um falsch deklarierte Bio-Eier handelt es sich offenbar um einen Sumpf aus ungezügelter Raffgier, eiskaltem Betrug und gerissener „Buchführung“ auf der Täterseite sowie ungenügenden Kontrollen auf staatlicher Seite. Vielleicht hat sich beides sogar zu einem schmutzigen Filz zusammengefügt. Überlastete und/oder schlampig arbeitende Kontrollbehörden könnten dem profitträchtigen Eier-Schwindel einiger gewissenloser Hühnerbarone Vorschub geleistet haben. Die schmutzigen Hintergründe und Verstrickungen müssen nun Staatsanwaltschaft und Polizei ans Tageslicht befördern. Die Crux am neuen Eier-Skandal ist nicht nur, dass die gesamte Eier-Branche in ein schlechtes Licht gerückt wird und dass ehrlich arbeitende Betriebe ebenfalls in Verdacht geraten, sondern auch dass der bislang noch gute Ruf von Bio-Eiern und Bio-Produkten allgemein ruiniert wird. Die Branche selbst müsste das größte Interesse an der Aufdeckung der kriminellen Strukturen haben. Und der Bund kann sich nicht einfach mit dem Hinweis vom Felde machen, dass die Überwachung des Tierschutzes, der Lebens- und Futtermittel, ausschließlich Ländersache sei. Dass die oft nur dürftig ausgestatteten Landesbehörden lediglich ein stumpfes Schwert sind, wurde doch erst beim länderübergreifenden Pferdefleisch-Skandal offenkundig. Die Eierei um Zuständigkeiten hilft weder den verunsicherten Verbrauchern, noch den ehrlichen Landwirtschaftsbetrieben. Den Hühnern schon gar nicht.

OZ

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