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Kommentar Es lebe die Faulheit!
Mehr Meinung Kommentar Es lebe die Faulheit!
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03:55 27.08.2013

Weiß noch irgend jemand, wie Nichtstun geht? Das haben viele Mitbürger verlernt — besser gesagt: Man hat es ihnen ausgetrieben. Mit dem dringenden Hinweis, man solle sich in der Freizeit gefälligst Sport, Kultur, Gartenarbeit und anderen nützlichen und schönen Hobbys widmen. Der Mensch, dem das von professionellen Sinngebern souffliert wird, ist gern bereit, sich nach Feierabend noch ein bisschen anzustrengen. Doch das vom DAK-Urlaubsreport jetzt benannte Unvermögen, sich zu erholen, hat noch andere Antriebe: Weil große Teile der Arbeitnehmerschaft nicht loslassen mögen, um karrieremäßig am Ball zu bleiben, scheuen sie das Kappen ihrer beruflichen Netzwerke. Oder sie stürzen sich in Nebenaktivitäten, sonst droht die Entlastungsdepression, von Fachleuten „leisure sickness“, Ferienkrankheit, genannt. Man fällt nach getaner Arbeit nicht dem Müßiggang anheim, sondern in ein Loch.

Die Lösung? Weniger Angst und Druck am Arbeitsplatz — Grüße an die Chefs! — und Rehabilitierung der in Misskredit geratenen Faulenzerei. Seite 5

OZ

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