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Kommentar Europa sagt Kiew Hilfe zu, ist aber nur begrenzt dazu fähig.
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00:00 24.03.2014

Der Untergang kennt keine Treppen. Doch die Ukraine steht kurz davor. Dem Land droht innerhalb weniger Wochen der Sturz in den Bankrott. Auch wenn derzeit noch der Eindruck vorherrscht, dass Panzer und Barrikaden den Kampf um die Ukraine zwischen dem Westen und Putins Russland entscheiden — am Ende wird es der schnöde Mammon sein.

Seit dem Maidan-Aufstand hat Moskau der Kiewer Übergangsregierung den Rücken gekehrt. Ein noch unter dem geflohenen Ex-Präsidenten Janukowitsch gewährter Milliardenkredit und ein Energie-Rabatt wurden annulliert.

Für die Rechnungen der Ukraine soll nun der Westen aufkommen. Und die werden hoch ausfallen: Die Ukraine, die nur 0,5 Prozent zur globalen Wirtschaftsleistung beisteuert, braucht zügig mindestens 35 Milliarden Dollar, um Schulden zu tilgen und allernotwendigste Ausgaben zu decken. Außenhandel und Staatsetat stehen aber permanent im Minus. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Währung schwach.

Das Rating ist schlechter als das Griechenlands. Auch wenn der Westen den Eindruck erweckt, als sei die Hilfe für Kiew „alternativlos“, halten die meisten Regierungen ihre Taschen zu. Direkte Finanzhilfen wird es nicht geben, heißt es aus Berlin. Bisher versprochene EU-Darlehen sind aber zu gering und zugesagte Zollerleichterungen gleichen eher einer Luftbuchung, weil das Land am Dnjepr kaum Waren produziert, die für westliche Märkte taugen. Die Ukraine wird um Kredite des Internationalen Währungsfonds nicht umhinkommen. IWF-Gelder gibt‘s aber nicht zum Nulltarif, sondern nur unter harten Auflagen.

Was da den Ukrainern bald zugemutet wird, gleicht einer Rosskur, die den Landesosten vollends destabilisieren könnte. Schon im Vorfeld der Maidan-Revolution hatte der IWF eine massive Erhöhung der subventionierten Gaspreise und das Einfrieren der kargen Löhne gefordert.

Von daher ist es töricht, auch noch von einem Handelskrieg mit Russland zu fabulieren. Eine durch die Eurokrise angeschlagene EU, die nun der riesigen Ukraine auf die Beine helfen soll, müsste vom Teufel geritten sein, sich auf ein solches Szenario einzulassen. Am Ende wird es in Europa nur Verlierer geben. Seite 4



OZ

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