Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kommentar Euros für den Wahlkampf
Mehr Meinung Kommentar Euros für den Wahlkampf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
03:55 27.08.2013
Von Gerald Goetsch

Ausgerechnet Ahrensburg! Die beschauliche Gemeinde im Hamburger Speckgürtel schreibt Wahlkampf-Geschichte. Zumindest ein neues Kapitel im bislang so müden Rennen um die Macht in Berlin. Ausgerechnet in der schleswig-holsteinischen Provinz rutschte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble raus, was doch kein Wahlkämpfer sagen darf: Die Wahrheit. Und die ist nicht einmal besonders überraschend: Die Rettung des finanziell maroden Griechenlands wird die Euro-Staaten noch mehr Geld kosten.

Noch mehr Milliarden? Welcher deutsche Steuerzahler ballt da nicht die Faust in der Tasche? Eine Steilvorlage für die Wahlkämpfer der Opposition. Allen voran Peer Steinbrück, der immer noch im Umfrage-Keller sitzt.

Die Regierung, so Steinbrück, habe zu diesem Thema bislang nur „Schlaftabletten verabreicht.“ Es sei Zeit, den Bürgerinnen und Bürgern reinen Wein einzuschenken. Der Kanzlerkandidat hat recht. Und dennoch unterschätzt er die Wähler. Die wissen sehr wohl, dass die Euro-Rettung mit gewaltigen Risiken verbunden ist. Und honorierten bislang dennoch mit großer Mehrheit den Kurs der Bundeskanzlerin.

Denn eine Alternative zur kostspieligen Rettung der Gemeinschaftswährung hat keiner der lautstarken Kritiker zu bieten. Auch auf den himmelblauen Plakaten der AfD ist nicht zu lesen, wie Europa ohne einen ökonomischen Zusammenbruch aus der Krise finden soll. Die Griechen aus dem Euro drängen — das mag an den Stammtischen Applaus finden. Der Vertrauensverlust an den Finanzmärkten käme Deutschland am Ende aber weit teurer zu stehen als jedes Hilfspaket.

Der Kanzlerkandidat der SPD weiß das. Er steckt in einem Dilemma: Die Sozialdemokraten zeigten sich zu Zeiten der Großen Koalition in Sachen Griechenland-Rettung als verlässliche Partner, die zu ihrer Verantwortung für Europa standen. An Merkels Seite glänzte Steinbrück in einer der größten Krisen der Bundesrepublik als verlässlicher Finanzminister.

Als Kanzlerkandidat muss Peer Steinbrück nun den Eindruck erwecken, dieser Weg sei von Grund auf falsch. Die starken Worte gegen Merkel werden der SPD nicht helfen. Das Thema nutzt ausschließlich den Populisten vom linken und rechten Rand. Seite 4

OZ

Norddeutschland ist auf die EU-Osterweiterung schlecht vorbereitet. Punkt. Und nun? Kopf in den feinen Ostseesand stecken und auf hohem Niveau lautstark jammern?

04.06.2018

Die vom Kanzler eingesetzte Hartz-Kommission hat wieder einmal keine Beschlüsse zur Reform des Arbeitsmarktes vorgelegt. Das Gremium ist damit so ziemlich das Gegenteil eines Stummfilms.

04.06.2018

Seit Jahren ächzt die Wirtschaft unter einem Problem: der immer schlechter werdenden Zahlungsmoral.

04.06.2018
Anzeige