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Kommentar „In Würde alt werden bleibt ein Wunschtraum“
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00:01 14.07.2018
Eine Rentnerin mit ihrem Rollator in Loitz (Vorpommern-Greifswald). Neue Zahlen zur Rente haben eine Debatte ausgelöst. Quelle: Foto: Norbert Fellechner

Die aktuellen Zahlen zur Altersrente in Deutschland haben eine Debatte über Altersarmut unter OZ-Lesern in Gang gesetzt. So beläuft sich bundesweit fast jede zweite Altersrente auf weniger als 800 Euro. Demnach bezogen Ende 2016 rund 8,6 Millionen Menschen eine Rente unterhalb jener 800 Euro monatlich. Das entspricht einem Anteil von 48 Prozent. Gut 11,3 Millionen oder 62 Prozent der Rentner erhielten weniger als 1000 Euro Altersrente. Auf der OZ-Facebook-Seite gibt es zahlreiche Stimmen zum Thema.

Andreas Fritz Wagner notiert: „Flaschen sammeln, Zeitungen austragen, sich bei den Tafeln anstellen, das Kleingeld abzählen für Einkäufe und obendrein Formulare ausfüllen für Armutsanträge aller Art, um nicht auf der Straße zu landen – das ist doch schon jetzt Alltag bei vielen Rentnern, die über 40 Jahre hart gearbeitet und Kinder großgezogen haben.“ Der Spruch, das Alter zu genießen, in Würde alt werden, bleibe für viele ein Wunschtraum und sei eher ein Alptraum, meint der Leser. Ramon Roggensack rechnet vor: „Der Durchschnittseinzahler zahlt in 45 Jahren 345000 Euro ein, ist im Durchschnitt 15 Jahre Rentner, bekommt 1100 Euro Rente, das macht 198000 Euro. Wo bleibt der Rest, der ihm zusteht? Das sollte mal jemand hinterfragen.“ Bodo Hennig schreibt: „Rechnet mit 60 Prozent eures jetzigen Lohns. Wenn ihr bis zur Rente weiter diese Summe verdient, bleibt euch nach Abzug von Steuern vielleicht die Hälfte als Rente.“ Motte Escherich meint: „So rechnet sich das Ganze nicht. Es sterben viele vor dem Renteneintrittsalter, und viele werden uralt. Zudem bekommen auch bayrische Hausfrauen aus diesem Topf eine Rente, obwohl sie nie eingezahlt haben. Es ist wohl ein solidarisches System.“ Martin Ha daraufhin: „Und dieses Solidarprinzip ist das Problem, weil es nicht gerecht ist. Nur wer einzahlt, sollte auch was rausnehmen dürfen.“

Das Bundesarbeitsministerium weist in der vorliegenden Debatte darauf hin, dass die Rentenhöhe nur eingeschränkt Hinweise auf die Einkommenssituation im Alter liefere. Grund dafür sei, dass weitere Einkommen nicht berücksichtigt würden – etwa die anderer Haushaltsmitglieder. Peter A. Berger kommentiert dazu: „Wenn der Mann Zahnarzt war und sich das Alterseinkommen etwa durch Vermietung, Eigenversicherung und Ähnliches auf 6000 Euro monatlich plus 600 Euro Rente der Ehefrau beläuft, die als Zahnarzthelferin bei ihrem Mann angestellt war“, dann könne man bei dem Ehepaar kaum von Armut sprechen, „obwohl die Rente der Ehefrau unter der Armutsgrenze liegt“. Und Andreas Lange ist überzeugt: „Käse gibt es eben nur in der Mausefalle geschenkt. Die Lösung heißt Eigenverantwortung.“

Rasmus Buchsteiner und Juliane Lange

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