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Kommentar Kein Spiel mit der Angst
Mehr Meinung Kommentar Kein Spiel mit der Angst
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06:19 13.01.2015

Die ersten Tage des Jahres 2015 verändern die Welt. Der Schock über die brutalen Anschläge auf das Pariser Satiremagazin und damit auf unsere Freiheit sitzt noch tief. Die Bilder, wie Millionen Menschen in Frankreich für unsere demokratischen Werte demonstrieren, geben Hoffnung nach den Tagen des Terrors. Das demokratische und pluralistische Europa der vielen Völker muss zusammenstehen gegen jede Art von Gewalt und Extremismus.

Mitten im Herzen Europas demonstrierten gestern in Schwerin, Stralsund und Rostock 3200 Menschen gegen die islamkritische Pegida-Bewegung. Angeführt von Parteien, Kirchen und Verbänden. Ihnen gegenüber standen nur 450 Pegida-Demonstranten. Das zeigt, das Spiel der Pegida-Akteure mit der Angst stößt in MV nicht auf fruchtbaren Boden. Nicht in Schwerin, nicht im eher bürgerlichen Stralsund und schon gar nicht in Rostock, wo der Protestmarsch nach einer großen Gegendemonstration vor einer Woche komplett abgesagt wurde.

Trotzdem kann es nach diesen bewegenden Tagen kein einfaches „Weiter so“ geben. Es ermutigt, dass bei den Gegendemonstrationen so viele Menschen im Land für Toleranz, Freiheit und Demokratie auf die Straße gehen. Die Angst vor Terror darf den Rechtsextremisten nicht in die Hände spielen. Dennoch: Alle Pegida-Demonstranten einfach nur zu verteufeln, greift zu kurz. Es gibt Teile der Bevölkerung, die sich mit einigen Formeln der zweifelhaften Bewegung anfreunden — und keine Nazis sind! Ihre Sorgen müssen ernst genommen werden. Sie treibt womöglich einfach die Angst vor einem gewalttätigen Islamismus auf die Straße und die Überzeugung, dass bestimmte freiheitliche Werte, die auch sie von Extremisten bedroht sehen, in Europa nicht verhandelbar sind.

Auf ihre — unberechtigten — Ängste vor Überfremdung muss die Politik mit Aufklärung und Antworten reagieren, nicht mit der verbalen Verachtungs-Keule. Fest steht: Wir brauchen Einwanderung, damit wir auch in Zukunft noch in Wohlstand leben können, und wir brauchen eine politische Klasse, die unsere Gesellschaft der Nationen und Religionen mit Überzeugungsarbeit und viel Herz eint.

Seiten 1 und 4



OZ

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