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Kommentar Kein einziger Fall aufgeklärt
Mehr Meinung Kommentar Kein einziger Fall aufgeklärt
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00:01 18.05.2017

Es wirkt wie ein Provinz-Krimi: Seit 2015 werden – insbesondere in Vorpommern-Greifswald und an der Seenplatte – bei Nacht und Nebel Greifvogelnester zerstört oder komplette Bäume mit Horsten von Rotmilanen, Bussarden, Schrei- und Seeadlern abgesägt. Auffällig: Alle diese Bäume grenzten an potenzielle Windkraftanlagen-Eignungsgebiete. Brüten geschützte Vögel in einem solchen Areal, kann das die Errichtung der Anlagen verhindern. Und auch wenn es bislang keine Beweise gibt: Es drängt sich der Verdacht auf, dass Grundstücksbesitzer, Pächter, Windanlagenbauer oder andere Interessierte mögliche Hemmnisse aus dem Weg räumen wollten. Das ist nicht nur kriminell, sondern auch nutzlos. Denn der Schutzstatus bleibt auch nach Zerstörung des Horstes bestehen: Beim Rotmilan beträgt der Schutzstatus drei, bei Schreiadlern sogar zehn Jahre. Und: Die Zerstörung kann mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden.

Viel wichtiger als Strafandrohungen jedoch ist, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die Fälle ernsthaft verfolgen. Denn obwohl die Täter mit schwerer Technik anrücken, wurde bislang landesweit kein einziger Fall aufgeklärt. Und das wiederum ist bei Provinz-Krimis ganz anders.

OZ

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