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Kommentar Krenz: Wollte Grenze 1989 nicht wieder schließen
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00:00 09.02.2018
Rostock

Die OSTSEE-ZEITUNG berichtete am 6. Februar über die Tage nach der Maueröffnung am 9. November 1989 in Berlin. Der Beitrag trug den Titel „Auf der Kippe: SED-Führung wollte Mauer am Tag nach Öffnung wieder schließen“. Dazu schreibt Egon Krenz:

Das ist falsch. Richtig ist: Es gab keinen Grund, den Beschluss der DDR-Führung vom 9. November 1989 zur Öffnung der Grenzen einen Tag später aufzuheben. In meinem Tagebuch vom 10. November 1989 steht: „Eine Schließung der geöffneten Grenze kommt nicht infrage. Auch ein Ausnahmezustand ist nicht vorgesehen. Alle Alarmpläne dienen dem Ziel, die Grenztruppen bei der Öffnung der Grenzübergänge zu unterstützen.“

Richtig ist ferner, dass sich Bundeskanzler Kohl und der US-amerikanische Präsident Bush bei der DDR-Führung für die „Öffnung der Grenzen“ bedankten. Das hätten sie wohl nicht getan, wenn die DDR die Absicht gehabt hätte, die Grenze wieder zu schließen.

Die Ostsee-Zeitung behauptet ferner: „Egon Krenz, SED- Generalsekretär und Staatsratsvorsitzender, ordnete . . . am 10. November eine ,Erhöhte Gefechtsbereitschaft’ für die 1. motorisierte Schützendivision und das Luftsturmregiment 40 an“.

Das ist falsch. Richtig ist, dass ich als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrats schon am 3. November 1989 den Befehl 11/89 gab, in dem es heißt: „Die Anwendung der Schusswaffe im Zusammenhang mit möglichen Demonstrationen (auch im Grenzgebiet) sind grundsätzlich verboten.“ Der Befehl galt auch am 9. und 10. November.

Die Ostsee-Zeitung schrieb ferner: „Es fiel kein Schuss – und die Mauer blieb offen.“

Das ist richtig. Dies war kein Wunder, sondern die Entscheidung der DDR-Führung. FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher antwortete 2009 in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ nach jahrelangen Recherchen auf die Frage: Wieso bei der Maueröffnung im Grenzgebiet nicht geschossen wurde? „Weil Egon Krenz es verboten hatte.“ Im Übrigen sprachen 1989 alle wichtigen Politiker der Welt nicht vom „Mauerfall“, sondern von der „Grenzöffnung durch die DDR“.

OZ

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