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Kommentar Legenden müssen leben
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00:00 25.03.2014

London, Wembleystadion. Es ist der 30. Juli 1966. Im WM-Finale zwischen Deutschland und England steht es 2:2. In der 101. Minute schießt Geoff Hurst den Ball aus kurzer Distanz an die Unterkante der Latte. Das Leder springt auf dem Boden auf. Kein Tor für England, sagt die Technik, das Spiel läuft weiter. Es gibt Ecke. Den hereinsegelnden Ball köpft Hurst ins Tor: 3:2. England wird Weltmeister, ein verdienter Sieg. Die Deutschen sind enttäuscht. Aber weil einige Wochen später schon wieder der Ball in der Bundesliga rollt, gerät das Spiel schnell in Vergessenheit.

So hätte die Geschichte auch laufen können, wenn es vor fast 50 Jahren die Torlinientechnik schon gegeben hätte. Jahrelange Debatten, ob der Ball drin war oder nicht, Verschwörungstheorien, spannende Revanche-Duelle — das alles wäre den Fußballfans entgangen. Ohne das berühmte Wembley-Tor, das keines war, wäre das Finale von 1966 nie zur Legende geworden.

Mit der neuen Technik würden Schiedsrichterentscheidungen präzise wie ein Schweizer Uhrwerk. Das macht den Fußball zwar mit Sicherheit gerechter, aber auch sehr viel steriler. Lasst lieber die Legenden leben! Sport



OZ

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