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Kommentar Liegen lassen lernen
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00:00 12.04.2013
Von Peter Intelmann

Seit Beginn dieses Jahres sind sie dort verboten. Man darf sie nicht herstellen, nicht verbreiten, nicht nutzen. Andernfalls drohen bis zu 2500 Dollar Strafe oder ein Jahr Haft.

Es ist daher keine fixe Idee, wenn der Plastiktüte jetzt auch in Deutschland gründlich der Kampf angesagt werden soll. Bezahlen muss man sie vielerorts ohnehin schon. Jetzt soll sie generell kostenpflichtig sein, fordert der Präsident des Umweltbundesamtes. Und die Grünen haben mit 22 Cent pro Tüte auch schon einen Preis vorgeschlagen.

Plastiktüten sind überall, das ist ihr Vorteil, und das ist ihr Problem. Man greift bedenkenlos zu ihnen, aber wenn sie in die Umwelt gelangen, richten sie Schaden an. Zwar sagt der Handelsverband Deutschland, 22 Cent pro Tüte würde die Deutschen 1,2 Milliarden Euro pro Jahr kosten und überhaupt seien die meisten Tüten aus Recyclingmaterial, aber das ist mindestens nur die halbe Wahrheit. Im Meer ist Plastik inzwischen zu einem Riesenproblem geworden. Es zerfällt zwar, aber es löst sich nicht auf. Gewaltige Plastikstrudel treiben um den Globus, feinste Partikel werden zur Bedrohung für Meeresbewohner. Bei Eissturmvögeln in der Nordsee geht man davon aus, dass sie fast sämtlich Plastikteile im Magen haben, bei 60 Prozent soll der Grenzwert überschritten sein.

Außerdem sind Plastiktüten längst in vielen Ländern geächtet. In Bangladesch sind sie seit 2002 verboten, in China, Botswana, Kenia und Ruanda sind die besonders dünnen Tüten untersagt. In zahlreichen amerikanischen Städten sind sie ebenfalls abgeschafft, auch Metropolen wie Los Angeles oder Neu Delhi haben ihnen den Kampf angesagt. In Frankreich sind nicht abbaubare Plastiktüten verboten, in Irland ging ihre Zahl um 90 Prozent zurück, als sie steuerpflichtig wurden. Wenn sich das von der EU einst geplante europaweite Verbot nicht durchsetzen lässt, spricht nichts gegen eine Steuerung durch den Preis. Entweder man zahlt oder man lässt sie liegen. Ist ganz einfach. Seite 6

OZ

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