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Kommentar Merkels „alternativlose“ Kurzbotschaften
Mehr Meinung Kommentar Merkels „alternativlose“ Kurzbotschaften
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01:40 22.08.2014

Alternativlos war das Unwort des Jahres 2010. Damit hatte sich Angela Merkel als Euro-Rettungskanzlerin in den Krisenmonaten breit gemacht. Die Autorin Gertrud Höhler machte daraus die steile These, die CDU-Politikerin sei eine Gefahr für Deutschland. In der kommenden Woche kommt nun eine Art intellektueller Neuauflage Höhler‘schen Denkens in Buchform auf den Markt. Dirk Kurbjuweit mutierte vom Merkel-Sympathisanten zum scharfen Abrechner des Systems. Sein Buch heißt „Alternativlos“. Merkel stoße keine Debatten an, fordere nicht heraus, verlange den Bürgern nichts ab und stelle nichts zur Diskussion, bemängelt er. Früher hat genau das Merkel-Freunde begeistert. Niemand scheint momentan so harmonisch mit der Bevölkerung vereint wie die uckermärkische Dampfwalze. Wer dagegen verstört, wird diszipliniert à la Merkel. Viele der SMS, die die Kanzlerin an politische Weggefährten verschickt, laufen immer auf die gleichen Hinweise hinaus: Man könne gerne, natürlich auch offen und ehrlich, über alles reden. Aber doch bitte nicht jetzt, nicht wenn gerade Wahlen in Sachsen, kurz darauf auch noch in Thüringen und Brandenburg bevorstehen. Einige, die jüngst so zurechtgestutzt wurden, weisen frustriert darauf hin: „Aber irgendwann sind leider immer Wahlen“.

Der Altkanzler der SPD, Gerhard Schröder, findet nichts dabei, als „Russland-Versteher“ bezeichnet zu werden. Auch Sigmar Gabriel und Angela Merkel haben in Interviews mit dieser Zeitung zuletzt erkennen lassen, als beleidigend empfinden sie diese Titulierung nicht. Streng genommen dürfte man diesen Gedanken in schriftlicher Form aber gar nicht äußern. Denn seit Juli hat der Verlag für Berlin-Brandenburg, bei dem auch Schröder-Intimus Heino Wiese publiziert, den Begriff des Russland-Verstehers als Markenbegriff schützen lassen. Zum Glück ist Schröder noch nicht geschützt.

Thüringen ist die grüne Lunge Deutschlands, so heißt es. Unterstrichen wird diese Werbethese durch das doppelte grüne Freistaats-Lottchen. Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt („KGE“) gleicht rein optisch auf den ersten Blick ihrer Parteifreundin und Landtags-Spitzenkandidatin Anja Siegesmund, auch wenn die Wahlkämpferin jegliche Verwandtschaftsbeziehungen mit Göring-Eckardt verneint. Gut möglich, dass aus beiden Politikerinnen noch was wird in nächster Zeit: „KGE“ würde allzu gern Bundespräsidentin im Jahr 2017 werden und Frau Siegesmund könnte mit ihrem „Kurs der Eigenständigkeit“ ein rot-rotes Regierungsexperiment als grüne Anstandsdame begleiten.



OZ

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