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Kommentar Nie wieder eine Waffe in die Hand
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00:05 06.05.2017

„Nie wieder eine Waffe in die Hand“, stand 1946 mit weißer Farbe an einer Hauswand in Sandersleben, einer Kleinstadt in Sachsen- Anhalt. Täglich las ich diese Mahnung auf meinem Schulweg. Ich besuchte nach der Vertreibung aus dem heutigen Tschechien die 6. Klasse einer Grundschule.

Der Krieg hatte in jeder Familie Wunden hinterlassen und der Satz „Nie wieder eine Waffe in die Hand“ entsprach dem Willen der Bevölkerung.

Inzwischen liegt der Zweite Weltkrieg über siebzig Jahre hinter uns – und in Deutschland selbst gab es in dieser Zeit keinen Krieg. Trotzdem trug unser Land ganz erheblich zum Sterben auf Schlachtfeldern bei. Denn: Kriege werden mit Waffen geführt und mit Waffenherstellung und -verkauf kann viel Geld verdient werden. Sehr viel Geld. Für die deutsche Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ergeben sich daraus lohnende Geschäfte, auf die sie nicht verzichten möchte. Die rechtliche Grundlage steht im Grundgesetz, Artikel 26, Absatz 2. Dort ist festgelegt:

„Zur Kriegführung bestimmte Waffen dürfen nur mit Genehmigung der Bundesregierung hergestellt, befördert und in Verkehr gebracht werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.“

Nun werden einige Leser sagen: „Jetzt schwebt der Autor in das Reich der Fantasie.“

Der zitierte Artikel 26, Absatz 2, des Grundgesetzes könnte doch auch lauten: „In der Bundesrepublik Deutschland dürfen keine zur Kriegführung bestimmte Waffen hergestellt werden.“

Die Hunderttausenden Beschäftigten in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sind hoch qualifiziert. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass sie arbeitslos werden, und sie finden gewiss in anderen Branchen Lohn und Brot.

Damit könnten keine Menschen mehr mit in Deutschland produzierten Waffen getötet werden.

1990 fand der jahrzehntelange Kalte Krieg zwischen West und Ost ein Ende. Dazu gehörte auch die Eingliederung der DDR in die BRD.

Rüstungsproduktion, Bundeswehr und Atomwaffenlagerung in Deutschland waren nicht mehr nötig. Sie hätten abgeschafft werden können – und damit wäre Deutschland zu einem Vorbild für alle Kriegswaffen herstellenden Staaten geworden. Diese Chance wurde vertan. In diesem Fall sollte gelten: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

Ich bin mir sicher, die meisten Menschen in Deutschland würden ruhiger schlafen, wenn die Worte „Nie wieder eine Waffe in die Hand“ Wirklichkeit würden.

OZ

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