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Peer Steinbrück kämpft um seine letzte Chance.

Mit neuer Energie Peer Steinbrück kämpft um seine letzte Chance.

Von Harald John

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Ungerecht

Gerechte Löhne, gebremste Mieten, gefesselte Finanzjongleure. Und natürlich von allem mehr: mehr Kitaplätze, mehr Bildung, mehr Steuern für Reiche. Wenn wir Peer Steinbrück glauben dürfen, erleben wir Anfang 2014 den Beginn eines wahren Reformjahres. Gleich die ersten 100 Tage nach seiner Vereidigung als Bundeskanzler will der SPD-Politiker dafür nutzen. Sich „nicht in die Furche legen“, um es mit seinen Worten zu sagen, sondern loslegen.

Wenn . . . ja, wenn es nur schon so weit wäre. Noch gilt es, das 24-Tage-Projekt zu bewältigen. Gute drei Wochen, um Wahl-Deutschland zu wecken, durchzuschütteln und auf Kurs zu bringen. In den Innenstädten gelingt es dem Kandidaten zunehmend, sein Publikum zu begeistern. Er bringt nachvollziehbare Argumente, stichelt spontan mit Seitenhieben gegen die Kanzlerin und erinnert an den Steinbrück, den man vor seiner Blitzkür zum Kanzlerkandidaten kannte. Endlich mal keine giftige Hauptstadtpresse, keine Demoskopen. Sondern das Volk, unverstellt im Zelt. Selbst Skeptiker bescheinigen Peer Steinbrück eine klare Formsteigerung.

Mit neuer Energie wird er am Sonntag in die TV-Arena steigen, zum möglicherweise entscheidenden Duell. Allein mit der Kanzlerin, vier Moderatoren und Millionen Zuschauern. Es könnte der Beginn einer wunderbaren Aufholjagd werden.

Doch Steinbrück spürt einen Gegenwind, der ihm den Endspurt verderben könnte. Da ist der Syrien-Konflikt. Gerade in Krisenzeiten, das zeigt alle Erfahrung, neigen die Menschen zum Schulterschluss mit der Regierung — zumal die Positionen der Parteien nicht weit auseinanderliegen. Da ist zweitens die gute wirtschaftliche Lage in Deutschland, von Wechselstimmung keine Spur. Und da ist drittens die SPD und ihr umtriebiger Vorsitzender, der im Wahlkampf mehr als einmal reingegrätscht hat. Gut möglich, dass Sigmar Gabriel schon kurz nach dem TV-Duell den Kurs neu absteckt oder die nächste 180-Grad-Wende einläutet. Das würde den Kanzlerkandidaten Steinbrück aus der Bahn werfen. Seite 4

 

OZ

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