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Peking ist der große Profiteur im Konflikt um die Ukraine.

Chinesische Mäusejagd Peking ist der große Profiteur im Konflikt um die Ukraine.

Von Jens Burmeister

Chinas großer Reformer Deng Xiaoping sagte einmal: „Egal ob weiße Katze oder schwarze Katze — Hauptsache sie fängt Mäuse.“ Chinas neuer Pragmatismus, selbst der eines modernen Kommunisten, kennt keine ideologischen Grenzen mehr. Das hat das Reich der Mitte für den Westen zu einem relativ berechenbaren, vor allem aber umworbenen Handelspartner wachsen lassen. Das weiß auch Chinas neuer Präsident Xi Jinping, der gestern seine Deutschland-Visite startete.

Spätestens seit der Krim-Krise ist klar, dass Peking aus einer Position der Stärke agieren kann. Die abrupte Konfrontation zwischen Russland und dem Westen hat China auf einen Thron gehievt, vor dem sowohl Moskau als auch Washington oder Berlin wie die „Konkubinen“ um die Gunst des „Kaisers“ werben. Der große Profiteur im geostrategischen Wettlauf um die Ukraine heißt China. Auf der einen Seite wird das Land schneller und billiger an russisches Öl und Gas kommen, wenn die Europäer sich tatsächlich stärker von Moskau abwenden sollten. Schon jetzt lässt der Konflikt die bisher weitgehend isolierten Fracking-Befürworter in Europa und die Lobbyisten amerikanischer Flüssiggas-Exporte in Übersee jubeln. Auf der anderen Seite ahnen die westlichen Politiker, dass ihre anti-russische Sanktionsspirale ins Leere drehen könnte, wenn China nicht mitzieht. Denn eine ernsthafte Isolierung Moskaus ohne die Einbindung Pekings wird nicht gelingen.

China aber wird seinen Balanceakt fortführen, solange die Krim-Krise schwelt. Weder wird es Moskau vor den Kopf stoßen noch den Westen düpieren. Denn auch Peking hat strategische Interessen an der Ukraine als Kornkammer und Waffenschmiede. Die Asiaten haben mit Kiew einen Pachtvertrag über drei Millionen Hektar Ackerland abgeschlossen. Ein Tiefseehafen zur Weizenverschiffung ist geplant. Sogar einen — inzwischen fertiggestellten — Flugzeugträger hat die Ukraine an China verkauft.

Peking wird sich am neuen Kalten Krieg erwärmen und pragmatisch seinen Nutzen ziehen — ganz im Sinne der chinesischen Weisheit: „Es gibt Menschen, die Fische fangen, und solche, die nur das Wasser trüben.“ Seite 4

 



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