Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kommentar Politische Lebens- und Wahlkampfhilfen
Mehr Meinung Kommentar Politische Lebens- und Wahlkampfhilfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:24 06.09.2013

In Bayern ist Horst Seehofer (CSU), einst gefallener Held auf der politischen und familiären Bühne, wieder ganz groß da. Ihm winkt bei der Landtagswahl die absolute CSU-Mehrheit, er droht der Bundespolitik mit Blockade, er verteilt Posten und Macht im Freistaat. Als seine potenziellen Nachfolger, vielleicht im Jahr 2018, stehen Markus Söder, Landesfinanzminister, und die aus Berlin geholte Ilse Aigner bereit. Beide Kandidaten wollen deshalb in der nächsten Landtagsfraktion deren Chef werden. Da es aber nur einen geben kann, sagte Seehofer Montag in der Ministerrunde, den Blick fest auf Söder gerichtet, er rate allen von einer Kampfkandidatur ab. Das schade. Also wird sich Söder eine andere Spielwiese suchen müssen. Denn Frau Aigner hat die volle Gunst des politisch obersten Bayern — derzeit. Dabei gilt Ilse Aigner als politisch blass, wenn auch rein menschlich als sehr sympathisch. Jetzt muss sich die scheidende Bundesministerin den politischen Luftraum im Freistaat erkämpfen. So will es Seehofer. Zusammen mit seinem Generalsekretär Alexander Dobrindt half Seehofer deshalb vor einigen Wochen, Aigners Privatfront zu bereinigen: „Mein Freund und ich haben uns getrennt“, hatte sie einer Illustrierten verraten. Wenn beide beruflich stark eingespannt seien, wäre das in der heutigen Zeit „nichts Ungewöhnliches in Beziehungen“. Über solcherlei Formulierungen wird in Bayern vorab ganz oben nachgedacht. Das nennt sich dann „politische Lebenshilfe“. Dabei heißt es noch heute in der Gerüchtewelt in Bayern, wer weiß, was an dieser Beziehung überhaupt dran gewesen sei. Mitglieder aus Seehofers Kabinett erzählen derlei gern. Man gönnt sich ja gegenseitig nur das Beste.

Politik ist Geben und Nehmen. Das ist durchaus demokratisch, denkt man beispielsweise an Horst Seehofers Forderung nach einer Pkw-Maut für Ausländer. Die wird so nicht kommen und eine Koalition am strikten Veto des CSU-Chefs auch nicht scheitern. Denn, so hat er bei der letzten Zusammenkunft der Unionsoberen klargestellt: Wichtig sei, dass es für Bayerns Straßen „mehr Geld“ gebe.

So gibt also einer eine Drohung ab und bekommt dafür mehr Geld.

Auch eine so ausgebuffte Medienfachfrau wie Angela Merkel geht bei brisanten Terminen auf Nummer sicher. Für das einzige Wahlkampf-TV-Duell mit Herausforderer Peer Steinbrück wurde ein erfolgreicher Profi für das politische Sparring engagiert: Michael Cramer, Publizist, Unternehmer (Agentur „Alt & Cramer“) und früher mal Chefredakteur bei der Talkshow von Sabine Christiansen.

Politisch gab es dazu keinerlei Kommentar.

OZ

Norddeutschland ist auf die EU-Osterweiterung schlecht vorbereitet. Punkt. Und nun? Kopf in den feinen Ostseesand stecken und auf hohem Niveau lautstark jammern?

04.06.2018

Die vom Kanzler eingesetzte Hartz-Kommission hat wieder einmal keine Beschlüsse zur Reform des Arbeitsmarktes vorgelegt. Das Gremium ist damit so ziemlich das Gegenteil eines Stummfilms.

04.06.2018

Seit Jahren ächzt die Wirtschaft unter einem Problem: der immer schlechter werdenden Zahlungsmoral.

04.06.2018
Anzeige