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Kommentar Pottwal-Aktion: „Missbrauch des Notrufs muss geahndet werden“
Mehr Meinung Kommentar Pottwal-Aktion: „Missbrauch des Notrufs muss geahndet werden“
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00:00 10.08.2018
Zingst

Nach der Kunstaktion mit einem täuschend echt wirkenden 17 Meter langen Plastik-Pottwal Ende Mai am Strand von Zingst hat der Chef der Kur- und Tourismus GmbH, Ralf Peter Krüger, nun einen Strafbefehl erhalten. Der Vorwurf lautet auf Missbrauch des Notrufs, wie die Staatsanwaltschaft in Stralsund mitteilte. Und weiter: Der Tourismuschef habe den Strafbefehl, der im unteren vierstelligen Euro-Bereich liege, bereits akzeptiert. Für eine aktuelle Stellungnahme war Ralf Peter Krüger nicht zu erreichen, da er momentan im Urlaub ist.

LESER MEINUNG

Ralf-Peter Krüger, Chef der Zingster Kur- und Tourismus GmbH, muss eine Strafe zahlen.

In einem früheren Statement äußerte sich Krüger folgendermaßen zur Aktion: „So etwas polarisiert natürlich. Aber wir wollten deutlich auf die Probleme in den Meeren aufmerksam machen. Das kannst du nur mit solch spektakulären Aktionen. Die Geräusche, die Plastiktüten im Meer machen, gaukeln den Walen vor, dass es Futter ist. Die Tiere fressen das und verhungern mit vollem Magen.“

Zum Hintergrund: Ende Mai hatte die Kurverwaltung in Zingst per Pressemitteilung und Foto behauptet, an der Seebrücke sei ein Pottwal gestrandet. Urlauber hätten das Tier entdeckt und Wissenschaftler in Schutzanzügen untersuchten es bereits. Tatsächlich aber handelte es sich um einen vom belgischen Künstlerkollektiv „Captain Boomer“ gestalteten Plastik-Wal. Die angeblichen „Wissenschaftler“ waren Schauspieler in weißen Schutzanzügen. Die Polizei war früheren Angaben zufolge durch ein Mitglied des Organisationsteams alarmiert worden und zunächst ebenfalls von einem echten Wal ausgegangen.

Die Aktion, die seinerzeit für viel Aufsehen in der Öffentlichkeit sorgte, sollte auf den verheerenden Klimawandel, die Plastikvermüllung in den Meeren, deren Folgen und die sichtbaren Naturveränderungen aufmerksam machen. Auf der Facebook-

Seite der OSTSEE-ZEITUNG führen Leser eine angeregte Debatte über die nun verhängte Strafe für den Tourismuschef Ralf-Peter Krüger.

Thomtek Bels hat, wie er im sozialen Netzwerk bekundet, kein Verständnis für die Aktion. Warum? „Weil die Beamten wahrscheinlich zu einem tatsächlichen Notfall gefahren wären oder wichtigere Aufgaben erledigt hätten. Hier liegt ein Missbrauch des Notrufes vor und das muss geahndet werden.“ Jener Missbrauch sei zudem alles andere als lächerlich.

Danny Pressler indes kann sich gut vorstellen, „dass die Kur- und Tourismus GmbH ganz sicher von dieser Aktion profitiert und sich noch ein wenig die Taschen vollgestopft hat“.

Auch glaubt er, dass das öffentliche Interesse „doch sicher zusätzlich noch Touristen nach Zingst gelockt hat“. Stefantje Krocker bezeichnet die Aktion als „Schwachsinn. Der hätte mal nicht anrufen und die Beamten ausrücken lassen sollen.“ Und Oliver Porsche findet: „Richtig so!“

Juliane Lange

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