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Risiken und Nebenwirkungen

In der Schuldenkrise kommt es stets schlimmer als gedacht. Risiken und Nebenwirkungen

Beim Retten der Euro-Krisenländer trifft leider immer nur eine Prognose ins Schwarze: Es kommt schlimmer als zunächst angenommen oder behauptet wurde. So ist es jetzt auch im Falle Zypern.

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Von Arnold Petersen

Statt der noch vor kurzem angesetzten 17 Milliarden Euro braucht der kleine Inselstaat jetzt 23 Milliarden Euro, um die Pleite dank des überdimensionierten Bankensektors abzuwenden. Der Unmut in Teilen der Union ist verständlich. Von der neuen Finanzlücke, von der es nun heißt, sie sei schon lange absehbar gewesen, war bis zum vereinbarten Hilfspaket nicht die Rede. Sie tut sich just in dem Moment auf, wo die Zusage beschlossen werden soll. Das hat den schalen Geschmack eines Erpressungsversuchs.

Wieder heißt es in Brüssel wie in Berlin, mehr Geld gibt es nicht. Als EU und IWF 2010 Griechenland einen Notkredit über 110 Milliarden Euro gewährten, war es nicht anders. Wenig später wurden über 270 Milliarden Euro nachgeschoben, darunter gut 100 Milliarden in Form eines Schuldenschnitts zulasten der Banken.

Bei Zypern ist Ähnliches zu befürchten. Mit den aufgeblähten Banken, denen die Luft rausgelassen wird, bricht die Wirtschaft des Mini-Staates weitgehend zusammen. Die hohe Schuldenlast wird dann umso erdrückender mit dem Druck, neues Geld nachzuschießen. Ein sattsam bekannter Teufelskreis. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Zyperns Zocker-Banken sind bei weitem nicht nur, aber auch durch den Schuldenerlass für Griechenland in Schieflage geraten. Die wurde damals als überfällige Beteiligung privater Gläubiger gefeiert. Sie und nicht der europäische Steuerzahler müssten die Risiken ihres Investments tragen. Allemal richtig. Nur kommen jetzt die Steuerzahler für die Kollateralschäden in Zypern auf.

Die Mehrheit der Deutschen befürchtet, so eine Umfrage, dass das Schlimmste in der Schuldenkrise noch bevorsteht. Leider gibt es wenig, mit dem sich diese Sorge zerstreuen ließe. Vielleicht von Irland abgesehen, ist bei den Nothilfe-Empfängerländern keine Wende zum Besseren in Sicht. Und mit Slowenien steht bereits das sechste der 17 Euroländer als Bittsteller vor der Tür.

Seiten 1 und 3

OZ

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