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Kommentar Röslers Comeback und andere liberale Überraschungen.
Mehr Meinung Kommentar Röslers Comeback und andere liberale Überraschungen.
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00:00 11.03.2013
Quelle: Frank Söllner

Die Liberalen präsentierten einen Parteitag voller kleinerer und größerer Überraschungen: ein wiederauferstandener Parteichef Philipp Rösler, der noch vor wenigen Wochen zum Abschuss freigegeben war.

Ein nicht mehr ganz so strahlender Spitzenmann für die Bundestagswahl, Rainer Brüderle. Ein spitzzüngiges Nord-Licht Wolfgang Kubicki, der nicht mehr nur von Kiel aus ätzen, sondern in Berlin mitsteuern will. Ein dickköpfiger Ost-Liberaler Holger Zastrow, der genau damit die Absprachen vor der Wahl durchkreuzte. Ein leicht gestutzter Hoffnungsträger Christian Lindner, der lernen muss, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Aber auch ein abgewatschter Dirk Niebel, der den Aufstand gegen Rösler gewagt hatte und nun als Nestbeschmutzer dasteht. Die Freidemokraten haben sich als schrecklich nette Familie präsentiert.

Als Totgesagte, die sich mit klassischer liberaler Programmatik und einer bunten Führungstruppe selbst aus der Gruft befreien wollen, haben die Liberalen einen sich selbst mutmachenden Parteitag abgehalten. Es waren dabei nicht so sehr die inhaltlichen Fragen, mit denen die FDP Aufmerksamkeit erzielte (die spannende Lohnuntergrenzen-Mindestlohndebatte wurde gar auf den Wahlparteitag im Mai vertagt), sondern viel mehr die Art und Weise, wie sich die FDP gewissermaßen selbst wieder Leben einhauchte. Rot und Grün wurden von Rösler und Brüderle attackiert, als stünde das christliche Abendland vor dem Untergang. Auch die Union bekam ihr Fett weg. Wegen der sozialdemokratischen Tendenzen, wegen des muffigen Weltbildes in Sachen Homo-Ehe oder der Neigung zu Staatsinterventionen.

Die FDP hat sich einmal mehr und in scharfer Form als Hüterin der reinen, wahren marktwirtschaftlichen Lehre präsentiert. Sie suggerierte, dass Deutschland ohne das gewisse Quantum FDP-Liberalität zur rot-rot-grünen Sowjetrepublik verkommen werde. Der schrille Auftritt soll wohl auch verbergen, dass den Freidemokraten gar nicht anderes übrig bleibt, als mit der Union zusammenzugehen. Wenn sie denn nach der Bundestagswahl im Herbst überhaupt gebraucht werden. Seite 4

OZ

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