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Rückkehrer auf dem Vormarsch

Berliner Rückkehrer auf dem Vormarsch

Zurück auf der Bühne, das ist der Trend der Zeit. Franz Josef Jung ist in dieser Woche einstimmig zum neuen außen- und sicherheitspolitischen Sprecher und stellvertretenden ...

Zurück auf der Bühne, das ist der Trend der Zeit. Franz Josef Jung ist in dieser Woche einstimmig zum neuen außen- und sicherheitspolitischen Sprecher und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Union gekürt worden. Gleichzeitig ist Jung damit aber auch eine Art inoffizieller Schwarz-Grün-Beauftragter der Chefin. Und die ist Angela Merkel. Sie schätzt Leute, die für andere und anderes den Kopf hinhalten, weil sie dann in ruhiger See weitertreiben kann. Jung war vor Monaten ganz maßgeblich mit daran beteiligt, das momentane schwarz- grüne Bündnis in Wiesbaden zu installieren. Derzeit schwärmt der Christdemokrat, den die Kurs- Nörgler in der Partei nicht zu den verdächtigen Modernisierern à la Merkel zählen, vom hessischen Spitzengrünen Tarek Al-Wazir: „Mit dem Tarek, das läuft prima.“ So was hört Frau Merkel gerne — auch mit Blick auf die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl.

Unverzichtbar ist auch wieder Christian Wulff. Mit seinem visionären präsidialen Satz, dass „auch der Islam“ nun zu Deutschland gehöre, ist er Angela Merkel in den Tagen nach den Pariser Terroranschlägen wieder richtig ans Herz gewachsen. Der Alt- Präsident ist wieder gern gesehen, auch in der ersten Reihe. Und das nach dessen spektakulärem Rücktritt. Aber Angela Merkel schätzt Typen, die politisch schon viel durchgemacht haben. Schmähungen müsse man aushalten, hat Christian Wulff diese Woche gesagt. Er weiß, wovon die Rede ist.

Mit knallharter Dauerkritik, die er selbst als „Schmähungen“ empfand, hatte auch Klaus Wowereit als Regierender Bürgermeister von Berlin zu tun. Deshalb wechselte er vor ein paar Wochen ins Lager der Pensionäre. Der einst als Hoffnungsträger der SPD-Linken geltende Privatier ist seit dieser Woche Präsidiumsmitglied des Vereins der Berliner Kaufleute und Industriellen. Nun kann man ihn offiziell als Mann der Wirtschaft titulieren — für Genossen keine ungewöhnliche Entwicklung.

Als CDU-Generalsekretär hat Peter Tauber in diesen Tagen einen Coup gelandet: Deutschland brauche den Mut zur Debatte über ein „Einwanderungsgesetz“. Bei dem Stichwort läuft es manchen in der Union kalt den Rücken hinunter. Das Wort Einwanderungsgesetz gilt vielen als Tabu. Angela Merkel hat sich vorsichtshalber nicht wirklich eingemischt. Dafür hat einer ihrer CDU-Stellvertreter jetzt eine glasklare Einschätzung der intellektuellen Schlagkraft des eigenen Generalsekretärs abgegeben: „Ich glaube nicht, dass der Generalsekretär das gemeint hat, was er gesagt hat.“

 



OZ

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