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Kommentar Schlecht verhandelt, Chef
Mehr Meinung Kommentar Schlecht verhandelt, Chef
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22:40 13.03.2019
Kommentar von Frank Pubantz zur Bäderregelung Quelle: Frank Söllner
Rostock

Zur Chefsache hat Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) die neue Bäderregelung vor laufenden Kameras erklärt. Und wenn der Chef, also er, verhandele, dann komme auch Vernünftiges raus. Jetzt knirscht es mächtig. Die Wirtschaft protestiert, weil Sonntage wegfallen, Nachbar Schleswig-Holstein klar im Vorteil ist. Vom Regierungspartner SPD heißt es: Glawe hätte jemanden fragen sollen, der sich auskennt. Das solle er nun allein ausbaden.

Sicher hat es Glawe gut gemeint, als er auf die Gewerkschaften zuging, um Sonntagsöffnungszeiten zu verhandeln, gegen die niemand vor Gericht zieht. Denn dies hat Verdi bei der alten Regelung getan, wird vermutlich siegen. Dann hätte MV gar keine Bäderregelung. Und doch muss sich der Minister vorwerfen lassen: Es war genug Zeit, um Gespräche mit allen Seiten zu führen. Das hat er nicht rechtzeitig getan. Folge: Über dem Tourismusland Nummer eins, das Glawe so gern an den blauen Himmel malt, fürchtet die Branche dunkle Wolken. Dass nun über Sonderwege für rausgefallene Kommunen oder gar Hintertüren über das Kurortegesetz geredet wird, zeigt die Planlosigkeit. Das Grundgesetz schützt die Sonntagsruhe. Es sollte für jeden gelten – oder Ausnahmen für alle Branchen.

Einzelhandel in MV: Bäderregelung durch die Hintertür

Frank Pubantz