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Kommentar „Solange die Löhne niedrig sind, werden Ärzte MV verlassen“
Mehr Meinung Kommentar „Solange die Löhne niedrig sind, werden Ärzte MV verlassen“
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00:00 19.10.2017
Vor allem in den Kliniken des Landes sind zunehmend ausländische Ärzte im Einsatz. Die Zahl der Mediziner aus dem Ausland hat sich seit 2010 mehr als verdoppelt. Quelle: Foto: Felix Kästle/dpa
Schwerin

In MV herrscht Medizinermangel. Konkret: Es fehlen deutsche Ärzte. Um die Lücken bei der medizinischen Versorgung zu schließen, werden zunehmend ausländische Ärzte ins Land geholt. Derzeit praktizieren hierzulande 785 ausländische Mediziner. Damit hat sich die Zahl seit 2010 mehr als verdoppelt. Fast die Hälfte stammt aus Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Österreich. Facebook-Nutzer versuchen Gründe für den Mangel auszumachen.

Ulrike Schmitt ist angesichts der Entwicklung besorgt. Sie wundere sich nicht über die angespannte Lage, schließlich habe „ein Deutscher kaum eine Chance, einen Studienplatz zu bekommen, wenn sein Notendurchschnitt nicht besser als 1,2 ist. Fragt sich, ob das auch im Ausland so ist.“ Leserin Stefanie Paass erklärt den aus ihrer Sicht sinnstiftenden Gedanken hinter dem Numerus Clausus. „Es gibt den NC, eben weil sich so viele auf die Studienplätze bewerben. Es gibt reichlich Medizinstudenten, doch die wollen, wenn sie fertig sind, eher nicht aufs platte Land.“

Jenny Zunker schätzt die Ärzte aus dem Ausland, die die fehlenden Mediziner ersetzen. „Menschen, die sich auf hohem Niveau ausbilden lassen und dafür ohne Sprachkenntnisse die Familie und ihre Heimat verlassen, verdienen meinen Respekt.“ Angelika Behrend glaubt, die Ursache für den Notstand sei das Geld. „Solange der Euro nicht das wert ist, was er verspricht, wird es so bleiben. Die Löhne sind weit unter Niveau.“ Peggy Ritter ergänzt dazu: „Es gibt diese Situation, weil die Kliniken Geld sparen wollen. Deshalb holen sie sich die billigeren Fachkräfte aus dem benachbarten Ausland.“

Holger Oppers wiederum hat kein Problem damit, von einem ausländischen Arzt behandelt zu werden. „Solange dieser gut Deutsch spricht, ist es mir egal, welche Nationalität er hat.“ Wichtig sei ihm das verständliche Gespräch, „damit er auch richtig diagnostiziert und mich richtig behandeln kann“.

Manch Leser befürchtet im Zuge der Entwicklung „fehlende Fachkompetenz“, woraufhin Philipp Fuchs sein Wissen weitergibt. „Die zuständigen Ärztekammern prüfen sehr genau, wer in Deutschland als Arzt eine Approbation oder Arbeitserlaubnis bekommt. Ausländische Ärzte werden auf keinen Fall eigenverantwortlich auf Patienten losgelassen.“ Cordula Mayer

befürchtet in der Folge einen Ärztemangel in den Herkunftsländern der Mediziner, die sich in MV eine Anstellung suchen. „Die fehlen uns dann in Ungarn und es müssen Stationen in Krankenhäusern geschlossen werden.“ Sven Severus Müller plädiert dafür, sich künftig mehr darum zu kümmern, „dass wir auch in Deutschland genügend Ärzte ausbilden“. Ein reiches Land dürfe einfach keine Rückschritte in der medizinischen Versorgung machen.

Juliane Lange

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