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Steinbrück ist Kanzler — wenn Mond auf Erde knallt

4sp 30 13 Steinbrück ist Kanzler — wenn Mond auf Erde knallt

Penetrant bis zum Umfallen will SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bis zum Wahltag am 22. September immer wieder die gleichen Botschaften verkünden: sozial, gerecht, besser.

„Das Wir entscheidet“, lautet das von der Leiharbeitsfirma Propartner bereits seit 2007 benutzte Motto, mit dem die SPD schon am Wochenende auf ihrem außerordentlichen Bundesparteitag in Augsburg und danach bis zur Wahl Boden gutmachen und ein Beispiel für konsequente Haltung geben will. So sieht es Steinbrück. Der Herausforderer sagt, er stehe für „mehr wir und weniger ich“. Und wo er selbst damit nicht durchdringt, soll demnächst — bis Pfingsten ist die Vorstellung geplant — das Kompetenzteam erkennbare Schwächen ausgleichen. Eine der entdeckten Steinbrück-Schwächen hat man in dieser Woche bei einer internen Wahlkampfberatung, nach Informationen aus dem Teilnehmerkreis, noch einmal ausdrücklich festgehalten: „Frauen hören Steinbrück nicht zu.“ Dabei hat Peer mit seiner Tochter sogar schon mal ein Kosmetikstudio besucht.

Der SPD geht es, umfragemäßig, momentan so schlecht, dass im Vergleich dazu selbst die Linkspartei wieder besser dasteht, ohne dass man dort genau weiß, wieso. Prompt macht Linksparteichef Bernd Riexinger schon einen auf starken Max: Wegen anhaltend niederschmetternder SPD-Umfragewerte forderte er jetzt die SPD vor deren Augsburger Parteitag auf, noch rasch einen Ersatz-Kanzlerkandidaten zu küren. Schließlich verkündet Peer Steinbrück ein ums andere Mal: Entweder er wird im Herbst Kanzler oder er verlasse die erste Reihe der SPD. „Die SPD sollte die Chance nutzen und am Wochenende einen Vizekanzlerkandidaten nominieren. Die brauchen einen Auswechselspieler für Steinbrück“, meint Riexinger.

In der jüngsten Forsa-Umfrage lag Schwarz-Gelb mit 47 Prozent erstmals seit drei Jahren vor der Opposition, die mit SPD, Grünen und Linkspartei auf nur noch 46 Prozent kam. Dabei fiel die SPD wieder auf ihr historisches Tief von 23 Prozent und Steinbrück lag bei den Sympathiewerten (19 Prozent) um Längen hinter der CDU-Führerin Angela Merkel (57 Prozent) zurück.

Für Linksparteichef Bernd Riexinger ist Peer Steinbrück der in jeder Hinsicht falsche Spitzenkandidat der SPD. „Er hat alles außer Rot-Grün ausgeschlossen. Ehe Steinbrück Kanzler wird, fällt der Mond auf die Erde.“ Das wüssten doch sowieso alle. In Wahrheit gehe es um eine ganz andere Personalfrage: „Die Leute wollen wissen, ob Sigmar Gabriel Angela Merkels Vizekanzler werden soll.“

OZ

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