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Kommentar „Steinhoff“-Debatte: Viele Leser steht hinter dem Namen
Mehr Meinung Kommentar „Steinhoff“-Debatte: Viele Leser steht hinter dem Namen
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00:01 11.05.2017

„Steinhoff“ in der Kritik: Der Name des Luftwaffengeschwaders 73 auf dem Flughafenareal in Rostock-Laage ist für die Linke in MV nicht mehr tragbar. Der Innenexperte der Linken, Peter Ritter, meint, Steinhoff sei wegen seiner Vergangenheit kein gutes Vorbild für Soldaten.

Das Jagdgeschwader trägt den Beinamen „Steinhoff“ nach General Johannes Steinhoff. Er hatte im Zweiten Weltkrieg als Jagdflieger in der deutschen Luftwaffe gedient und erhielt später dafür viele hohe Auszeichnungen. Er war am Aufbau der Bundeswehr beteiligt. Anlass der Debatte um den Geschwader-Namen „Steinhoff“ ist der Fall Franco A., ein unter Terrorverdacht stehender Bundeswehrsoldat.

Peter Ritters Aussage stößt beim Gros der Leser auf Unverständnis, wie die aktuellen Leserbriefe und Kommentare auf der OZ-Facebook-Seite dazu zeigen. So zeigt sich Tom Schnabel in seiner Zuschrift an die OZ empört über „Herrn Ritter“, schließlich heiße das Geschwader seit Ewigkeiten so. „Demnächst soll sich noch jeder, dessen Opa im Krieg war, für alles schämen und sich entschuldigen.“ Ritters Partei solle lieber „45 Jahre eines deutschen Staates nach dem Krieg“ hinterfragen, anstatt solche „lächerlichen Diskussionen immer wieder anzustoßen“. Ebenfalls per Leserbrief fragt sich Dirk Mahnke, wie Kasernen denn sonst heißen sollten. „Vielleicht ,Pittiplatsch’-Kaserne?“

Im sozialen Netz regt Helko Frank ironisch an, dass dann auch andere Ehrenmale des Heeres wohl abgerissen werden müssten. „Nicht zu vergessen der Reichstag, denn ein Reich sind wir ja lange nicht mehr.“ Nutzer Frank Hochschild bezeichnet das Ganze als „Affentheater“, Denis Kuhnke findet die Diskussion der Linken „lächerlich“, Rico Grosch bezeichnet die Debatte als „Schwachsinn“ und Phillipp Hirr schreibt: „Also, langsam geht’s dann echt zu weit.“

Indes verweist Philipp Zicker auf die Vergangenheit des Linken-Innenexperten Peter Ritter als „NVA-Politoffizier“ und meint, dass dieser doch dann als Landtagsabgeordneter auch nicht mehr tragbar sei. Das sieht Peter Klose genauso. Das betreffe aus seiner Sicht nicht nur Politiker Ritter, „sondern auch die Dame, die in der FDJ für Agitation und Propaganda zuständig war“ – gemeint ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Lasst doch einfach alles so, wie es ist“, schlägt Ricky Waitz vor. Marek Lettnin meint: „Bloß weil einige Rechte Blödsinn machen, muss man nicht solche Debatten führen.“ Und Wolfgang Degenhardt sagt, dass so ein Name etwas mit Tradition zu tun habe „und gar nichts mit Nazitum“.

Anderer Meinung ist da Robert Gabriel, der es für „ungeschickt“ hält, dass Kasernen Namen alter Wehrmachtsgrößen tragen. „Da sollte man wirklich tätig werden.“

Claudia Tupeit

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