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Kommentar Träume im Funkloch-Land
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22:47 13.02.2019
Frank Pubantz kommentiert den 5G-Mobilfunk-Ausbau. Quelle: Frank Söllner / Jens Büttner (dpa)
Schwerin

Ein dünn besiedeltes Bundesland im Nordosten der Republik rüttelt an den Säulen der Macht: MV will im Bundesrat durchsetzen, dass die Bundesregierung Konzerne zwingt, überall die neue Mobilfunk-Generation 5G umzusetzen, auch dort, wo es nicht wirtschaftlich ist. Denkbar, dass eine Mehrheit der Bundesländer zustimmt, Mobilfunk zu 100 Prozent in der Fläche als Daseinsvorsorge wie Strom und Wasser einzufordern. Durchgesetzt wäre es aber damit noch lange nicht. Konzerne klagen ja schon wegen geringerer Forderungen.

Am Ende dürfte es auf die Frage hinauslaufen, was dem Bund wichtiger ist: Milliarden-Einnahmen durch Frequenz-Versteigerung oder eine deutliche Verbesserung der digitalen Infrastruktur, damit Deutschland im Wettlauf um neue Technologien auch mithalten kann. Verständlich sind die Einwände der Mobilfunkanbieter, die einerseits viel Geld für Frequenzen ausgeben, dann auch noch jede „Milchkanne“ versorgen sollen, wie es so schön heißt.

Der Smartphone-Nutzer in MV reibt sich verdutzt die Augen. 5G? Gigabit-Zeitalter? Surfen ohne Grenzen? Die Realität heißt doch derzeit: Funkloch-Land MV. Von 5G träumen ist reizvoll. Unterwegs telefonieren ohne Unterbrechung – das wäre erst mal wichtiger.

Zum Artikel: Mobilfunk als Grundrecht: Schwesig will Konzerne zum Ausbau zwingen

Frank Pubantz