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Von Wildschweinen und Farbenspielen

4sp 30 13 Von Wildschweinen und Farbenspielen

In diesem Jahr waren mit runden Geburtstagen bei Schwarz- Gelb die Liberalen dran: Philipp Rösler wurde 40, Entwicklungsminister Dirk Niebel 50. Immer war die Kanzlerin zur Stelle und redete gut über ihre Liberalen.

Im kommenden Jahr aber sind die Merkels dran. Am 19. April 2014 wird Gatte Joachim Sauer 65 und am 17. Mai steht der 60. der gebürtigen Hamburgerin mit Arbeitsmittelpunkt Berlin und Datsche im uckermärkischen Hohenwalde auf der Feierliste. Dann ist ein Welt-Treffen der Mächtigen programmiert. Auch für den privaten Kreis scheint Angela Merkel bereits vorzuplanen. „Sie hat mich gefragt, ob ich auch bereit bin, auf ihrer Datsche mal ein Wildschwein zu braten“, verrät Olaf Micheel stolz. Der Mann ist Wirt des Lokals „Zu den Linden“ in Trinwillershagen ( Mecklenburg-Vorpommern). Dort hat er bereits 2006 für den seinerzeitigen US-Präsidenten George W. Bush und 50 Gäste ein Zotteltier am Spieß serviert. Zum größten Gefallen der Bushs und des Ehepaares Merkel/Sauer. Als Geburtstagsredner 2014 könnte ja dann Barack Obama auftreten.

Wie kaum eine andere Politikerin macht Grünen-Chefin Claudia Roth beim Griff in ihre Kleiderkammer ihren äußeren Eindruck zur Botschaft. Bei ihrem ziemlich gelungenen Auftritt vor dem SPD-Bundesparteitag in Augsburg hätte die schrille Grünen-Frau aber farblich beinah eine schwarz-grüne Klimakatastrophe ausgelöst. Angetan mit roten Strumpfhosen, schwarzem Rock mit Tüllrand und wuchtiger grüner Perlenkette hatte Roth kleidungsmäßige Eckpunkte angelegt. Das Problem war nur, die grüne Halskette prangte auf einem schwarzen Pullöverchen. Schwarz-Grün? Um Himmelswillen! Roths Pressesprecher Jens Althoff machte der Chefin noch rechtzeitig deutlich, das ginge nicht. Prompt zog die SPD-Gastrednerin von den Grünen noch rasch ihren dünnen schwarzen Pullover aus und zum Vorschein kam — ein rotes T-Shirt.

Viele in der Union packt beim Gedanken an Uschi Dornröschen von der Leyen das kalte Grausen beim Gedanken, die könnte demnächst mal Anführerin der schwarzen Truppen werden. Auch deshalb bleibt Verteidigungsminister Thomas de Maizière weiter als Kronprinz im Spiel. Problem ist nur, de Maizière ist, wie Ursula von der Leyen, ein bekennender Freund der Großen Koalition. Folglich ist man in der FDP ein wenig alarmiert. Elke Hoff, scheidende Wehrexpertin der Liberalen, sagt schlicht und einfach zur Minister-Leistung: „Da muss einer hin, der den Laden wirklich versteht. Derzeit passen Anspruch und Wirklichkeit im Verteidigungsministerium nicht zusammen.“ Na, dann viel Spaß zusammen!

OZ

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