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Von der Leyens Mitarbeiter dürfen abschalten.

Nicht rund um die Uhr Von der Leyens Mitarbeiter dürfen abschalten.

Von Kai Kollenberg

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Feierabend in deutschen Haushalten: Vielleicht läuft ein Bundesliga-Spiel im Fernsehen, vielleicht wird gekocht. Immer mehr Firmen wollen ihre Angestellten dabei nicht stören. E-Mails werden nach Dienstschluss nicht mehr versandt, Mitarbeiter nicht mehr kontaktiert. Nun hat auch das Arbeitsministerium unter Ministerin Ursula von der Leyen genaue Regeln erlassen, wie Mitarbeiter in der Freizeit kontaktiert werden dürfen. Hinter dieser Entwicklung steckt aber nicht die generelle Einsicht, den Angestellten auch mal Erholung zu gönnen. Es wird in erster Linie um die besten Köpfe gekämpft.

Viele Unternehmen beobachten, dass sich die Prioritäten des Führungspersonals in spe gewandelt haben. Das mittlere und gehobene Management, selbst potenzielle Kandidaten für den Vorstand wollen nicht mehr große Abstriche im Familienleben oder bei ihrer Freizeitgestaltung machen. Die Aussicht, einmal viel Geld verdienen zu können, reizt die nachfolgende Generation nicht mehr. Dafür will niemand rund um die Uhr schuften.

Bei den Altgedienten, die aktuell an den Stellschrauben von Wirtschaft und Politik sitzen, sorgt das zwar für Stirnrunzeln und oft für ein mitleidiges Lächeln. Dennoch müssen sie reagieren. Gut ausgebildete Nachwuchskräfte können sich heute aussuchen, welches Angebot sie annehmen wollen. Um sie für ein Unternehmen zu begeistern, werden deswegen alte Selbstverständlichkeiten über den Haufen geworfen. Davon profitiert dann auch die gesamte Belegschaft.

Doch es gibt auch Branchen, in denen Erreichbarkeit bares Geld wert ist. Junge Fondsmanager oder Banker arbeiten noch immer mehr als weniger, ganz einfach weil die Finanzwelt international geworden ist, weil Hongkong genauso wichtig wie Frankfurt ist. Dies lässt sich nicht ändern. Selbst wenn die Nachwuchskraft lieber mehr Zeit für den eigenen Nachwuchs hätte. Die Hoffnung, dass von der Leyens Signal für eine Kehrtwende steht, dass bald in Deutschland nach 18 Uhr kein Firmenhandy läutet oder generell weniger gearbeitet wird, ist deshalb einfach nur blauäugig. Seite 4

 

OZ

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