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Warum MV von einem weiteren G8-Gipfel nur gewinnen kann.

Sommermärchen auf Rügen Warum MV von einem weiteren G8-Gipfel nur gewinnen kann.

Von Jörg Köpke

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Die Bilder gingen um den Globus: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit US-Präsident George W. Bush und den anderen Regierungschefs der acht führenden Industrienationen — in einem Strandkorb in Heiligendamm. Mecklenburg-Vorpommern bildete für einige Tage im sonnigen Juni 2007 den politischen und medialen Nabel der Welt. Der Image-Gewinn für das Tourismusland an der deutschen Ostseeküste war gigantisch. Zeitungen zwischen Washington und Wladiwostok berichteten tagelang in ganzseitigen Aufmachungen. Journalisten aus Frankreich funkten in ihre Heimat, sie hätten in einem unaussprechlichen Ort namens Kühlungsborn das Cannes des Nordens entdeckt. Mehr geht nicht.

Nun steht offenbar Teil zwei des Sommermärchens bevor. Diesmal gilt Binz und damit die Ostseeinsel Rügen als Favorit für den alle acht Jahre stattfindenden deutschen G8-Gipfel. Die Mächtigen heißen diesmal Barack Obama, François Hollande oder David Cameron. Man sieht sie förmlich schon vor seinem geistigen Auge: die Weltenlenker vor der Kulisse von Binzer Kurhaus oder Jasmunder Kreidefelsen.

Dass die Bundesregierung erneut Mecklenburg-Vorpommern in die engere Wahl zieht, zeigt, wie tief und nachhaltig positiv die Organisation von Heiligendamm im Gedächtnis des Berliner Außenministeriums verankert ist. Es zeigt aber auch, dass es nicht schaden kann, mit Angela Merkel eine Kanzlerin zu haben, deren Bundestagswahlkreis in unserem Bundesland liegt. Merkel ist ihrer politischen Heimat treu. Sie weiß um die Macht schöner Bilder. Und sie weiß ihr Heimrecht geschickt zu nutzen.

Trotz aller Vorteile für den hiesigen Tourismus und das Image des Nordostens wären einige Dinge allerdings auch verbesserungswürdig. Kampfjets über den Köpfen von Demonstranten müssen nicht sein.

Metallzäune, die den Tagungsort wie seinerzeit Heiligendamm tagelang hermetisch von der Außenwelt abriegeln, wecken ebenfalls schlechte Erinnerungen. Aber vielleicht wählt man ja gerade aus sicherheitspolitischen Gründen Rügen. Der Insel kann es egal sein. Sie kann eigentlich nur gewinnen. Seite 1

OZ

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