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Weniger Windstrom vom Meer gefährdet Jobs und Klimaschutz.

Chaotische Energiepolitik Weniger Windstrom vom Meer gefährdet Jobs und Klimaschutz.

Von Rüdiger Wenzel

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Strom ist der Lebenssaft jeder modernen Gesellschaft. Deshalb ist eine gute, nachhaltige Energiepolitik unverzichtbar. Was wir gerade erleben, ist das genaue Gegenteil. Die doppelte Kehrtwende in der Atompolitik, die bisher erfolglose Suche nach Langzeit-Parkplätzen für die Atommüll-Castoren, das unsägliche Gerede von Umweltminister Peter Altmaier über Billionen-Belastungen der Bundesbürger durch den Ausbau der erneuerbaren Energien — und jetzt noch der drohende Rückschlag für den Hoffnungsträger Mega-Windpark im Meer.

Tausende Arbeitsplätze wären bedroht, wenn bis 2020 nur die Hälfte der geplanten Offshore-Anlagen in der Nordsee gebaut wird. Auch die Klimaschutzziele der Bundesrepublik wären in Gefahr. Denn es wären überwiegend Kohlekraftwerke, die den Strom produzieren, den abgeschaltete Atommeiler nicht mehr liefern und Offshore-Windparks nicht ersetzen. Klimaschonendes Erdgas wäre zu teuer.

Dass die privaten Investoren sich zurückhalten, ist verständlich angesichts der vielen Unsicherheiten rund um das Großprojekt. Einige davon sind technisch bedingt, denn mit den Anlagen so weit draußen auf der oft stürmischen Nordsee wird Neuland betreten. Wesentliche Gründe für die Unsicherheit aber hat die chaotische Energiepolitik der Bundesregierung geliefert. Auf die Zweifel, ob der finanzschwache Netzbetreiber Tennet den Bau der Anschlussleitungen im Wattenmeer überhaupt stemmen kann, hat sie viel zu spät reagiert. Dann schürte Minister Altmaier mit den ständigen Warnungen vor angeblich unbezahlbaren Strompreisen als Folge der Energiewende die ohnehin vorhandene Unsicherheit über den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien.

Auch wenn die Windenergie-Branche sich angeblich bereits auf die Halbierung der Offshore- Windparks eingestell hat, darf die Bundesregierung nicht dazu schweigen. Es mag Union und FDP als Wahlkampf-Thema höchst ungelegen kommen. Aber wir haben Anspruch darauf, vor der Bundestagswahl zu erfahren, wie es nach schwarz-gelber Vorstellung mit der Energiewende weitergehen, wie die drohende Stromlücke geschlossen werden soll. Seite 4

 

OZ

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