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Kommentar Wenn’n dat läst, kann ein’n Angst warden!
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00:00 23.10.2017

Rudolf Jahnke set näben dei Britsch in’n Rettungswagen un hüll ein Hand von sien Nahwersch Margot Grossmann. Hoorsträhnen kläwten an ehr’n schweitnatten Kopp. Sei säd nix, oewer man künn in ehr Ogen läsen: Wat sall dit alls, wo willt ji mit mi hen? As dei Wagen up’n Klinikhoff inbögte, makte dei Fohrer dat blage Licht un dei Sirenen ut. Twei Sanis schöwen Margot Grossmann ielig denn’ langen Gang dal, bet tau dei grote Glasdör. Jahnke wier mitlopen. Stationsarzt Dr. Reinke stünn all prat un as hei Jahnke tau seihn kreg frög hei: „Hett sei?“ „Sei hett“, antwurte em Jahnke, „un ick bün mit Schuld an.“

„Ach wat“, säd Reinke, „dat harr jeden passiern künnt. Kopp hoch, wi weiten je, wat tau daun is.“ Nah Hus güng Jahnke tau Faut, un för sien Ogen löpen dei letzten fief Wochen noch eins af: Anfungen harr dat an ein’n Sünnabendnahmiddag, as sien Nahwersch bi em klingelte. Ganz uprägt wier sei, hüll ehr Hand an’e Bost un flusterte: „Herr Jahnke, ropen s’ fix ’n Dokter, mien Hart kloppt bet an’n Hals un dat will nich wedder upholl’n.“ Dei Notarzt wier in fief Minuten dor. Fru Grossmann kreg ’n Sprütt un beruhigte sick.

An’n Mandag güng sei, so as dei Notarzt ehr dat seggt harr, tau ehren Husdokter. Dei röp gliek Dr. Reinke in’e Klinik an un ’n poor Daag späder leg Fru Grossmann tau Beobachtung up Station. Jahnke besöchte sien Nahwersch jeden tweiten Dag. Dei beiden ölleren Lüd harrn sick all vör Johren anfründ. Twüschen ehr bestünn ein Inköpverhältnis. Alls wat mit Sporkass, Post, Apteik, Amt, Doktertermine unsowieder tau daun harr, wier ’n Grugel för Grossmannsch. Dat makte Jahnke. Sei güng dorför inköpen.

Nah acht Daag würd Fru Grossman entlaten. Ehr Hart wier gesund, künn oewer wedder eins dat Rasen kriegen un dorgägen müsst sei nu Tabletten nähmen. As Jahnke sien Nahwersch afhalen wull, nähm Dr.

Reinke em tau Siet

un säd: „Ick hew sei an’t

Bedd von uns’ Patientin Grossmann seihn un weit, dat sei Vertrugen tau sei hett. In’e nehgst Tiet brukt sei ’n bäten Uppassung. Uprägung is dat, wat ehr an’n Iersten schaden kann, laten s’ nix Leeges an ehr ran. Wenn sei dei Tabletten för Fru Grossmann ut dei Apteik halen, nähmen s’ denn’ Bipackzettel ut dei Packung un schmieten s’ em weg. Sei dörf em nich tau seihn kriegen, verstahn sei?“ Ganz harr Jahnke Dr. Reinke nich verstahn, oewer as hei sick denn’ Bipackzettel von dei Pill’n för Fru Grossmann dörchläste, stünn’n em dei Hoor tau Barg. Sien Kaffee würd kolt, hei harr blot noch Ogen för dat, wat dor unner „Näbenwirkungen“ tau läsen wier. Koppweihdag orer Dörchfall, dat künn all eins vörkamen, oewer wat ’n Minsch dörch disse Tabletten noch alls kriegen künn, kum tau glöwen:

Alpdröm, Halluzinationen, Utschlag, Atennot, Schilddrüsenoewerfunktion, Hännbäwern un Potenzstürungen wiern all schlimm naug, man dei groten Kaliber kemen ierst noch: brägenkloeterig, Hoorutfall, Uhrensusen, Läwerentzündung, Allergien un wat süss noch alls. Jahnke läste nich wieder.

Dr. Reinke harr recht, dit dörft sien Nahwersch nich tau seihn kriegen. Un denn is dat doch passiert. Jahnke harr nich mittellt. Hüt morgen güngen Fru Grossmann dei Tabletten ut. Sei halte sick dei sülben ut dei Apteik un läste denn’ Bipackzettel. Ogenblick späder set Jahnke mit ehr in’n Rettungswagen. As Jahnke tau Hus ankem, bimmelte dat Telefon. Grossmannsch röp ut dei Klinik an: „Is wieder nix wäst“, Herr Jahnke, säd sei. „Wier blot ’n lütt Schock wägen denn’ dömlichen Zettel. Oewer Dr. Reinke hett mi grad verklorte, dat dei mit uns Dütsche nix tau daun hett. Dei is mihr vör dei Immigranten bi uns dacht, Syrier, Schwatte unsowieder, dei hebben nämlich ein anner Kondition as wi. Ick nähm mi nu ’n Taxi. Gahn s’ man nich ut’n Hus, denn up dissen Schreck mücht ick nahst giern mit sei ’n Tass Kaffee drinken!“

OZ

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