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Xavier Naidoos „Marionetten“ lösen Facebook-Debatte aus

Mannheim Xavier Naidoos „Marionetten“ lösen Facebook-Debatte aus

Sänger gibt Stellungnahme nach Treffen mit Mannheimer Oberbürgermeister

Mannheim. Nächste Runde im Streit um den Song „Marionetten“: Sänger Xavier Naidoo und die Band Söhne Mannheims haben den Oberbürgermeister (OB) der in Baden-Württemberg gelegenen Stadt Mannheim, Peter Kurz, zu einem Gespräch empfangen. Der OB hatte die Textzeilen als „anti-staatliche Aussagen“ bezeichnet. Etliche Medienvertreter und andere Politiker kritisierten bereits Begriffe wie „Volks-in-die-Fresse-Treter“ und unterstellten Naidoo und der Musikergruppe, sie würden mit einigen Passagen des Liedes zu Gewalt gegen Politiker aufrufen.

Nach dem Treffen mit OB Kurz hat Xavier Naidoo eine Stellungnahme im Internet veröffentlicht. Die zugespitzte Zustandsbeschreibung mag „missverständlich“ gewesen sein. Er betont aber, dass es schade sei, Unterstellungen immer wieder hören zu müssen, „zu denen es meinerseits zahlreiche Klarstellungen und unmissverständliche Dementis gab“. Weder rufe er zu Gewalt auf noch sympathisiere er mit Extremisten. „Gerade meine Herkunft prägt mich als einen multikulturellen Menschen.“ Naidoos Eltern sind südafrikanisch-irischer beziehungsweise indisch-deutscher Herkunft.

Auch auf der Facebook-Seite der OSTSEE-ZEITUNG sorgt die Debatte über „Marionetten“ für viele Kommentare. Einige Nutzer fühlen sich an die DDR-Zeit erinnert. „Damals gab es Zensurbehörden, heute übernehmen das die Medien und die ,Zivilgesellschaft’“, findet Frank Salesch , der das Lied selbst „harmlos und schlecht“ nennt. Dass Mannheims OB über „anti-staatliche Aussagen“

spricht, erinnert Peter Ask an den Sprachgebrauch in der DDR. Er zitiert dazu einen Beschluss des Zentralkomitees: „Die Literatur und die bildenden Künste sind der Politik untergeordnet.“ Davon seien wir heute nicht weit entfernt. Und Ulrike Palm hält „solche Rapportgespräche“ für bedenklich. Wie viele Facebook-Kommentatoren verweist sie auf die „künstlerische Freiheit in einem demokratischen Staat“.

„Das Lied wurde sofort überall entfernt und ist nirgendwo mehr zu finden. Und das nennt man dann Meinungsfreiheit?“, fragt Carolin Frenz . Dagegen findet Antje Schubert , dass jeder das Recht habe, das Lied aus dem Programm zu nehmen. Auch Salim Hemeed meint, dass „Meinungsfreiheit keine Einbahnstraße“ sei und andere die Meinung Naidoos kritisieren dürfen. Die ARD-Rundfunkanstalt Radio Bremen hat jüngst erklärt, die anstehenden Konzerte der Gruppe nicht mehr zu präsentieren. Grund: Der Song höre sich „verdächtig nach rechtem Gedankengut an“.

Die Aussage des Songs empfinden viele auf Facebook als zutreffend. Elke Päge schreibt, Xavier lege den Finger in die Wunde. Christian Schippmann meint: „Einer der wenigen Sänger, der die Wahrheit ausspricht.“ Indes findet Andrea Wagner die Debatte lächerlich, angesichts dessen, dass Rapper Bushido „für sein Gepöbel den Integrations-Bambi“ bekommen hat.

Claudia Tupeit

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