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Kommentar Zuviel Strom für schwaches Netz: „Keiner stoppt diesen Irrsinn“
Mehr Meinung Kommentar Zuviel Strom für schwaches Netz: „Keiner stoppt diesen Irrsinn“
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00:01 13.06.2017
In MV konnten Windräder wegen der schwachen Verteilernetze enorme Strommengen nicht einspeisen. Quelle: Foto: Peter Franke
Schwerin

In Mecklenburg-Vorpommern passen riesige Mengen Strom nicht ins Netz. Grund dafür sind die schwachen Verteilernetze. Die Abschaltung von Windrädern, Solar- oder Biomasseanlagen wegen Überlastung sind die Folge. Laut Bundesnetzagentur machte sich die Netzüberlastung 2016 noch stärker bemerkbar als im Jahr 2015. Die geschätzten Entschädigungszahlungen für die Betreiber der Anlagen stieg von 25 auf 30 Millionen Euro. Diese Kosten werden auf die Verbraucher umgelegt, denn sie bezahlen die Netznutzungsentgelte mit. Nach Bekanntwerden der Meldung erhob sich im Internet eine Welle der Empörung.

Christian Richter fragt: „Wir zahlen für Anlagen, die keinen Strom liefern?“ Und weiter: Wer Anlagen baut, ohne dass ein Netz den Strom einspeisen kann, sollte Strafen zahlen.

Richter fordert zudem eine „Entlastung für die Verbraucher“. Bodo Henning erzählt, er habe vor zehn Jahren ein Haus gekauft. „Die kleinste Birne hatte 60 Watt, Garage und Nebenräume wurden mit 2000-Watt-Ölradiatoren beheizt und für den Außenbereich war auch noch Strom vorhanden.“ Jetzt würden dank LED 60 Watt für vier Räume genügen und die Radiatoren seien verschwunden.“ Sein Ärgernis: „Trotzdem zahlen wir mehr als je zuvor.“ Michael Hanke wundert sich. „Sie bauen immer mehr Windkrafträder, irgendwann dann stehen sie still, und wir bezahlen dafür. Keiner in Schwerin hat ein Konzept, diesen Irrsinn zu stoppen.“

Auch Micha ut Bargen schreibt seinen Unmut nieder. „Mit Steuern werden die Anlagen gebaut, mit Steuern gepflegt und dann zahlen wir nochmal für den privaten Verbrauch.“

Maria Ahn: „Soviel zu der organisierten Energiewende. Hauptsache, dem Verbraucher wird das Geld aus der Tasche gezogen.“ Ahn vermutet, eine „künstliche Verknappung, um die Preise hoch zu halten“.

In den Worten von Annett Scheurich schwingt eine reichliche Portion Skepsis mit. „Trotz dieser Erkenntnisse wird weiter das sogenannte Repowering, was soviel bedeutet wie Erneuerung der Anlage, betrieben.“ Selbst in Nichteignungsgebieten sei das so, bemängelt Scheurich. Auch der Frage nach dem Bau von neuen Kohlekraftwerken als Alternative zur erneuerbaren Energie gehen die Facebook-Nutzer nach. Jan Friedberg meint dazu: „Es gibt Möglichkeiten dazwischen. Und nur weil Windkraft in seiner jetzigen Form und Nutzung verfehlt ist, muss nicht gleich ein Schornstein mehr qualmen.“ Jörg Tiedemann hüllt seine Reaktion in das Gewand der Ironie: „Was für eine super Energiepolitik.“ Und Hans Likedeeler hat einen Vorschlag für die Nutzung des Stroms, so er wieder fließt: „Kommunale Einrichtungen wie Schwimmbäder könnten kostenlos mit Strom beheizt werden.“

Juliane Lange

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