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Leserbriefe 8. Mai - Gedenktag nur für Ossis?
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10:00 15.05.2018
Greifswald

In drei ostdeutschen Bundesländern ist der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Verbrecherregime des Nazi-Faschismus zum offiziellen Gedenktag erhoben worden. Auch in diesem Jahr wurde an diesem Tag von Repräsentanten der Länderegierungen Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs und Sachsen-Anhalts in würdigen offiziellen Veranstaltungen der Opfer des Naziterrors und der toten alliierten Soldaten sowie des antifaschistischen Widerstands gedacht. Sie haben ihr Leben für die Befreiung Deutschlands mit seinen immerhin vielen nicht zu vergessenen Nazi-Mitläufern gelassen.

Wieso eigentlich dieses Gedenken nur dort im Osten? Warum eigentlich nicht in ganz Deutschland? Widerstrebt es der herrschenden Politik immer noch wie zu Zeiten der alten westdeutschen Bundesrepublik. der mahnenden Forderung des Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 8. Mai 1985 Folge zu leisten ? Dieser Tag sollte - so Weizsäcker - nicht im Gedenken an die militärische Niederlage Deutschlands begangen werden, sondern vor allem als Tag seiner Befreiung begriffen werden.

Die beschämende Ignoranz gegenüber dem Anliegen dieses Datums durch die führenden Medien in Deutaschland, dem zweifellos ein politisch latent durchgesetztes Regelverhalten zugrundeliegt, steht in einem deutlichen Gegensatz zu den Empfindungen und Aktionen der Menschen in anderen Ländern nicht nur in Europa, sondern ebenso weltweit. Am deutlichsten verkörpert durch in Ost und West erfolgte zigtausendfache Demonstrationen unter dem Motto sogenannter „unsterblicher Regimenter“, die unter den mitgeführten Fotoportraits ihrer eigenen Verwandten aus der am Krieg gegen Nazideutschland beteiligten Väter- und Großvätergeneration diesen Tag würdigten. Israel trug auf spektakuläre Weise zur weltweiten Resonanz dieses Gedenkentages bei. Das israelische Parlament, die Knesset, beschloss einstimmig – wie in Russland – den 9. Mai fortan als Tag des Sieges über den deutschen Faschismus zu feiern. Die Anwesenheit von Israels Premier Netaniahu bei den Feierlichkeiten in Moskau sollten Deutschland in dieser Frage doch zu denken geben und nicht mit medialem Schweigen übergangen werden.

Gregor Putensen

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