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Leserbriefe Ärztemangel
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14:06 19.10.2017
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Grevesmühlen

Der Ärztemangel wird sich weiter verschärfen. Das Geldargument allein ist es allerdings nicht. Die Arbeitszustände in den Praxen sind teilweise katastrophal. So hat z.B. die DAK nach einem massiven Mitgliederschwund durch hohe Beiträge in den letzten zwei Jahren Zahnärzte mit Wirtschaftlichkeits- und Planungsgutachten überschüttet, um das Honorar für bereits von ihr genehmigte Therapien wieder zurückzuholen. Allein aus unserer Praxis mussten teils hunderte Seiten an Kopien, Rechtfertigungen und Stellungnahmen an beauftragte Prüfstellen gesendet werden – ein Arbeitsaufwand von Tagen. Gleichzeitig verweigert auch diese Krankenkasse neben anderen den Abschluss von Honorarverträgen und das rückwirkend ab 2015. Sie zahlt für vergleichbare Leistungen mittlerweile 6-10 Prozent weniger als z.B. die AOK oder einige Betriebskrankenkassen. Viele andere Probleme verstärken diese unhaltbare Situation. Wir reden immer von einem vermeintlich guten Gesundheitssystem. Technisch sind wir zwar hochgerüstet, die Menschlichkeit geht allerdings mehr und mehr verloren. Ein guter Arzt richtet seine Therapie am Menschen aus, nicht allein an Statistiken. Herr Glawe hält an letzteren fest und hat dabei Bodenhaftung sowie Realitätssinn verloren. Ich lade ihn in unsere Praxis ein, sich ein Bild vom Praxisalltag und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort zu machen. Den einen oder anderen Rat hätte ich da für ihn schon... Thomas Klemp, Zahnarzt in Grevesmühlen

Thomas Klemp

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