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Leserbriefe Alternative: Stadttaubenprojekt aus Dortmund
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13:06 31.07.2018
Dortmund

Sehr geehrte Damen und Herren,

Stadttauben sind verwilderte Haustiere. Sie sind die Nachkommen vom Menschen gezüchteter Zucht- und Rassetauben. Sie brüten sieben bis zehn Mal jährlich, weil Menschen es so wollten. Sie dienten als Eier- und Fleischlieferant und Post-Systeme funktionierten über Brieftauben bis hinein in den ersten Weltkrieg.

Stadttauben sind standorttreu. Sie werden sich auf den umgebenden Gebäuden niederlassen. Damit wird das menschengemachte Problem einfach auf andere Eigentümer verlagert.

Wenn die Vögel sich - Ihren Angaben zufolge - zu Hunderten niederlassen, gibt es dort ganzjährig Nester mit Jungtieren. Diese einzunetzen, verstößt gegen das Tierschutzgesetz.

Die Schädlingsbekämpfungsindustrie verdient Millionen mit ihren tierschutzwidrig angebrachten Vergrämungsmaßnahmen, in denen die Tiere sich verfangen, eingeschlossene Vögel und Jungtiere sterben und verletzen. Brieftaubenzüchter tragen unmittelbar zur Problematik bei, indem sie massenweise Tauben auflassen, von denen ein großer Teil nicht zurückfindet und in den Stadttaubenpopulationen hängen bleibt. Dort sind sie dann auf einmal verhasste, ungeliebte Tiere. Aufgrund global verhängter Fütterungsverbote müssen sich die Körnerfresser von menschlichen Abfällen - von denen es an Ihrem Bahnhof offensichtlich genügend gibt, wie Sie schreiben - ernähren. Dies und der ständig präsente Hunger macht die Tiere krank. Sie leiden und flüssiger Kot entsteht, an dem sich die Menschen als Verursacher dann wieder stören. Dabei ist unsere Spezies der größte vorhandene Umweltverschmutzer.

Es geht auch anders, wie die Deutsche Bahn hier in Dortmund vorlebt:

Wir betreiben ein funktionierendes Stadttaubenprojekt in Dortmund, in dem Eier in Kunststoffattrappen getauscht werden. Die Tauben werden mit artgerechtem Körnerfutter und frischem Wasser versorgt, wir reinigen regelmäßig ihre Nistplätze und bieten ihnen Stroh als Nistmaterial. Wir klettern hierzu bis 5 Meter in die Brückenzwischenräume. Die Tiere sind gesund, entspannt und betteln nicht um jeden Futterkrümel, welchen wir Menschen fallen lassen.

Gerade haben wir die offizielle Genehmigung von der DB Immobilien erhalten. Wir haben bisher 234 neue Tauben durch Eieraustausch verhindert. Im übrigen kümmern wir uns auch auf eigene Kosten um die Taubenopfer der tierschutzwidrigen Vergrämungsmaßnahmen, um Hunger leidende Jungtiere und verletzte Vögel.

Nur durch betreute Futterstellen und Stadttaubenprojekte mit Ei-Austausch ist auf Dauer Mensch und Tauben geholfen. Und eine gesunde Stadttaubenpopulation gehört nun mal zu einem schönen Stadtbild.

Katrin Müller vom Stadttaubenprojekt Dortmund Körne West

Katrin Müller

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