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Leserbriefe Begriff würde der Geschichtsklitterung Rückenwind geben!
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11:15 16.02.2016
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Berlin

Die Absicht, Prora zum "Seebad" zu machen, verkündet die OZ ziemlich großspurig und zieht in ihrer Berichterstattung einmal mehr selbst die Linie von den geplanten KdF-Seebad-Bauten zum heutigen Badeort. Doch diese Kontinuität ist nachträglich geschaffen, künstlich also.

In Wahrheit (das ist aus den Medien kaum zu erfahren) waren die 8 Nazi-Rohbauruinen von den Sowjets und nachfolgenden Plünderern zum großen Teil abgetragen und demoliert worden. Um 1950 begann (unter Einsatz der entstehenden DDR-Armee und tausenden Helfern) die Wiederaufmauerung von 5 Blöcken zu einem der größten und bedeutendsten Kasernenstandorte der DDR.

Das jetzt entstehende Seebad verleugnet diese Geschichte. Dieser Geschichtsklitterung par excellence würde mit dem "Seebad-Titel" ein weiteres Tor geöffnet werden. Das frühere Prora hat auch eine deutsch-deutsche Dimension, wie eingeweihte Kreise wissen.

Werden die Gemeindevertreter sich endlich dieser Vergangenheit stellen und der wahren historischen Entwicklung des Ortes ihre Referenz erweisen? Dann sollten sie die Beibehaltung des schlichten Namens "Prora" einfordern. Die "KdF-Seebad"-Vermarktung ist zu stoppen.



Stefan Wolter

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