Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Leserbriefe Das eigene Grab geschaufelt
Mehr Meinung Leserbriefe Das eigene Grab geschaufelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:56 06.03.2013
Greifswald

alten Schiffe derart zu

verunstalten, dass sie nicht mehr

als „Traditionsschiffe“ anerkannt

werden können. Außerdem wurden

unter dem Deckmantel eines

„Eingetragenen Vereins“, mit

diesen Schiffen lediglich

gewerbliche Charterfahrten

durchgeführt. Und das ist

Berufsschifffahrt!

Die

ratifizierte Richtlinie des

Europäischen Rates vom September

2002, die „Charta von

Barcelona“, bestimmt eindeutig,

dass z. B. ein Fischkutter, der

zum Segelschiff umgebaut wurde,

kein Traditionsschiff ist. Auch

ein dänischer Haikutter kann in

deutschen Gewässern nicht als

Traditionsschiff betrieben

werden.

Versagt haben hier die

Vorstände der Museumshäfen! Sie

hätten ihre Mitglieder vor

unzulässigen Umbauten und vor dem

unlauteren Wettbewerb,

gewerbliche Charterfahrten

auszuführen, warnen müssen.

Obwohl bekannt war, dass es

früher oder später zum Eklat

kommen würde, wurden alle

offensichtlichen Warnungen und

Hinweise missachtet.

Im übrigen

ist die Darstellung des

Vorstandes Museumshafen, Dr.

Volker Pesch, am Rande der

Wahrheit. Besagten Schiffen droht

nicht unbedingt der Tod! Wenn

die Eigner der alten Schiffe ihre

Wasserfahrzeuge mit den

Mitgliedern eines Vereins in

Eigenarbeit und ehrenamtlich

betreiben würden, wäre die

Zukunft ihrer Schiffe gesichert.

Solange aber diese verunstalteten

Unikate, hauptsächlich bezahlte

Fahrten durchführen, u.a. beim

Fischerfest und der Hanse-Sail,

muss man sich nicht wundern, wenn

sie nicht mehr als

Traditionsschiffe gelten können.

Hier wird sich zum Schutz der

Berufsschifffahrt noch einiges

bewegen. Derzeit ist erst der

Anfang der Fahnenstange erreicht.

Es ist Zeit umzudenken! Das gilt

übrigens auch für unsere „Greif“.

Heino Zuschlag