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Leserbriefe Die eigentliche Schande
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15:48 24.02.2018
Rostock

Die allgemeine öffentliche Empörung, über den Beschluss der "Essener Tafel", nur noch Bedürftige deutscher Nationalität zu betreuen, hat als Fakt, sicher ihre Berechtigung.

Besser wäre es vielleicht gewesen, wenn man erst mal mit den Verantwortlichen des Vereins gesprochen, auf die jetzt von fast allen Seiten eingeprügelt wird. Und vor allem, wenn man die übliche Sensationshascherei und Skandalisierung etwas unterdrückt hätte

Wenn man die Interviews mit dem Leiter und Mitarbeitern der Einrichtung gehört oder gelesen hat, hatte man absolut nicht den Eindruck, der jetzt von einigen Seiten, besonders von AfD und Pegida erweckt werden soll, dass er oder seine Mitstreiter, aus rassistischen oder fremdenfeindlichen Motiven heraus gehandelt hätten.

Vielmehr musste man zu dem Schluss kommen, dass diese ehrenamtlich, also bewusst und freiwillig im Dienste ihrer bedürftigen Mitmenschen Tätigen, denen jede Ehre gebürt, von verantwortlicher, staatlicher Stelle, vollkommen im Stich gelassen wurden, und sich in ihrer Not, nicht mehr anders zu helfen wussten.

Hier hat sich der Staat, wie übrigens in fast allen Fällen, in denen "Ehrenamtler" tätig sind, aus zumeist, angeblich finanziellen Gründen, einfach aus seiner Verantwortung gestohlen.

Und was noch perfider ist.

Es wird in fast keinem Fall der Angriffe auf die "Essener Tafel" danach gefragt, warum in einem so reichen Staat wie der BRD, Menschen und dabei geht es nicht nur um "deutsche Menschen", überhaupt massenhaft, in eine solche prekäre Lage kommen können, sich von den Almosen der reichen Gesellschaft ernähren zu müssen um sich und ihre Familien, am Leben zu erhalten.

Kaum jemand scheint sich dieser Schande für ein so reiches Land wie die BRD bewusst zu sein oder empfindet diesen Zustand als "unnormal".

Und das ist die eigentliche Schande. Wir haben uns wieder daran gewöhnt.

Herbert Stekla

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