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Leserbriefe Einseitige Deutung des Erinnerungsortes Prora
Mehr Meinung Leserbriefe Einseitige Deutung des Erinnerungsortes Prora
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20:43 19.07.2018
Berlin

Wenngleich in der Berichterstattung bezüglich Prora abermals mehrfach einseitig von der "NS-Hinterlassenschaft" die Rede ist, so wird es dank vielfacher Dokumentationen, Zeitzeugenerinnerungen und wissenschaftlicher Analysen immer auch eine DDR-Hinterlassenschaft bleiben. Für den substanziellen Erhalt etlicher Relikte aus der Phase der Großkaserne Prora sprachen sich mehr als 15.000 Unterzeichner einer Petition aus. Es ist wieder einmal erstaunlich, dass die Vorgänge rund ums unermüdliche Insistieren der Initiative Denk-MAL-Prora von der Berichterstattung ausgespart werden und hinter den Begrifflichkeiten "NS-Hinterlassenschaft", "ehemaliger NS-Komplex" etc. möglicherweise obsolet gemacht werden sollen. Es ist allen Beteiligten zu raten, sich an die abgerungenen Zugeständnisse hinsichtlich eines Authentizität ausstrahlenden Bildungsortes zur "doppelten Geschichte" Proras im jetzt zum Verkauf stehenden Block V zu halten. Siehe die weiter gefasste Interpretation des Ortes im jüngst erschienenen, vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege herausgegebenen Aufsatz "Auferstanden aus KdF-Ruinen. Der stalinistische Kasernengroßbau Prora und seine heutige Rezeption", Verlag Chr. Links, 2018. www.denk-mal-prora.de

Stefan Stadtherr Wolter

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