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Leserbriefe Es fehlt vor allem an Wohnraum
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15:08 05.05.2016
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Ahrenshoop

Das sogenannte Gaststättensterben ist nur ein Indikator für die Entwicklung des Ostseebades Ahrenshoop und nicht das eigentliche Problem. Unsere Gemeinde hat zu wenig junge Einwohner. Der Grund dafür ist, dass die Gemeinde keinen Zuzug ermöglicht, weil keine Bauflächen ausgewiesen werden, und zudem aktiv verhindert, dass vorhandenes Potential zur Schaffung von Wohnraum ausgeschöpft wird.

Unser 22-jähriger Sohn musste, wie alle seiner Altersgenossen, nach seinem Berufsabschluss unsere Gemeinde verlassen. Der Grund dafür besteht darin, dass wir ihm keinen Wohnraum zur Verfügung stellen können. Wir haben die Möglichkeit, durch die Nutzungsänderung eines vorhandenen Gebäudes zusätzlichen Wohnraum aus eigener Kraft zu schaffen. Während seitens der Bauordnungsbehörde die Nutzungsänderung durchaus genehmigungsfähig wäre, scheitert es am Einvernehmen der Gemeinde, die wir uns nun auf dem Klageweg erstreiten müssen.

Der Bürgermeister nimmt lediglich die Gastronomen in die Verantwortung für das sog. Gaststättensterben. Ich weiß, dass die Mehrzahl der Gastronomen aus betriebswirtschaftlicher Sicht verantwortungsvoll handelt und längst erkannt hat, dass gutes Personal nur mit guter Bezahlung zu halten ist.

Die Gemeinde muss endlich begreifen, dass die Voraussetzung für eine gesunde Bevölkerungsentwicklung die Schaffung von Wohnraum ist. Und solange man dies ignoriert, wird man mit ansehen müssen, dass nicht nur die Gaststätten sterben, sondern bald die Alten der Gemeinde unter sich sein werden.

Von Andreas Halirsch

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